Esther Chrischilles, Elfriede Walendy und Anja Dargatz

Unsere neue LED-Straßenbeleuchtung wird präsentiert 09.05.2017

 

Die Besichtigungsgruppe im Bürgerbahnhof

 

 

 

 

 

PRESSE AKTUELL

 

 

 

 

12.12.2018

 

MIT ENERGIE INS NEUE JAHR

Liebe Mitglieder der Bürger-Energie Plüderhausen eG.

Überall auf der Welt werden in der zunehmenden Umweltverschmutzung und im daraus folgenden Klimawandel die Bedrohung unserer Lebensgrundlagen gesehen. Auch wir wollen einen Beitrag dazu leisten, dass weniger Energie verbraucht wird und Umweltbelastungen weitgehend vermieden werden. Die beiden Blockheizkraftwerke in Plüderhausen und Schorndorf, mit denen wir insgesamt 36 Wohnungen mit günstiger Wärme und nebenbei noch mit Strom versorgen wollen, sind ein kleiner Schritt in diese Richtung.

Überall in unserer Nachbarschaft sind solche Initiativen am Werk, wie zum Beispiel unter dem schönen Titel „Klima wandeln - prima handeln“ in Weissach.

Wir wollen natürlich auch im neuen Jahr an der Verbesserung des Klimas dranbleiben und freuen uns auf fruchtbare Impulse aus der Bürgerschaft.

Frohe Weihnachtstage und einen guten Start ins Jahr 2019 wünschen Ihnen der Vorstand und der Aufsichtsrat der Bürger-Energie-Plüderhausen eG.

 

Dr. Jörg Abthoff, Vorstandsvorsitzender Bernhard Mang, Vorstand

 

 

Pressebericht Gemeindeblatt Plüderhausen Bürgerenergiegenossenschaft Plüderhausen

 

 

22.11.2018

Thema: Braunkohle

Bürgerenergiegenossenschaftler aus Plüderhausen bei einer Veranstaltung

der Stiftung „Energie und Klimaschutz“ am 13.11.2018 im Airport Stuttgart.

Das Interesse war groß, der Saal ausgebucht.

Teilnehmer auf dem Podium:

1. Dipl. Ing Dr.rer. pol. Christian Matthes, Forschungskoordinator Energie + Klimapolitik. Mitglied der Kohlekommision.

2. Fabian Spalthoff, Kaufm. Leiter Handel, EnBW AG

3. Moderatorin Frau Ariane Bertz

4. Prof. Dr.-Ing. Martin Neumann, MdB – FDP

5. Wolfgang Rupieper, Vorsitzender – Pro Lausitzer Braunkohle e.V.

 

Anzumerken aus der Sicht des Verfassers ist die Disskussion und die konträre Grundhaltung zwischen Herrn Dr. Matthes und Herrn Rupieper.

Herr Dr. Matthes ist für einen möglichst frühen Zeitpunkt für den Braunkohleausstieg. Er blieb beim Thema „Braunkohle“. Weiterhin hält er den Ausstieg auch schon vor 2035 für möglich.

Er sprach das Thema „Nebelkerzen“ an. Dieses verwische und verwasche die Diskussion.

Herr Rupieper dagegen sprach von „Klimapopulismus“. Ein Ausstieg vor 2050 hält er für unnötig. Die Braunkohleindustrie erfülle alle gesetzlichen Auflagen.

Die Aussage, dass die Kohle ca. 38 % der Energie und deren CO2 Ausstoß 85 % ausmacht, blieb unkommentiert im Raum.

Herr Stalthoff betrachtete den Kohleausstieg aus der Sicht des Marktes und betonte den Einsatz der EnBW im regenerative Energien, z. B. Offshore - Anlagen grösseren Ausmaßes.

Herr Prof. Dr. Neumann legte Wert auf die Betrachtungsweise aller Sparten: Wie Verkehr, Gebäudetechnik und die Europäischen Einbindung.

Letzteres ist aus Sicht des Verfassers aber immer der Punkt, an welchem die konkrete Spur verlassen wird. Es wird in der Realität schon immer über die einzelnen Sparten der Notwendigkeiten diskutiert. Wichtig ist es jedoch, die einzelnen Segmente auch einzeln zu einer Lösung zu führen. Das Zusammenspiel ergibt sich dann daraus.

 

Nach Beendigung des Vortrages und der Podiumsdiskussion wurde die Zeichnung, welche während des Abends gefertigt wurde, auf die Leinwand geworfen. Die einzelnen Themenbereiche sind hier erfasst und dargestellt.

Feststellung: Mit der Kohle, lässt sich das gesetzlich festgeschriebene Ziel des Pariser Klimagipfels nicht erreichen.

Siehe auch unter „energie und klimaschutz enbw ag“

 

Bericht: Volker Beck

 

 

19.10.2018

Besuch des 6. Stuttgarter Forums für Entwicklung: Klimagerechtigkeit für alle!

 

Fünfhundert internationale Teilnehmer an einer Tagung mit dem Thema „Klimagerechtigkeit“ sind schon ein starkes Echo. Es zeigt, dass die Fragen, welche Folgen die Änderung des Klimas haben können, viele Bevölkerungsgruppen beschäftigen. Zwei Mitglieder unserer Bürgerenergiegenossenschaft (BEP) nahmen sich einen (anstrengenden) Tag Zeit, um sich im Stuttgarter Haus der Wirtschaft diesen Fragen zu stellen. Die Stiftung Entwicklungszusammenarbeit BW (SEZ) hatte die Vorträge, Diskussionsforen und den Markt der Ideen organisiert und wurde dabei von rund 50 Organisationen unterstützt – von BW-Bank bis ZEB (Zentrum für entwicklungsbezogene Bildung).

Zu den Inhalten: Gleich zu Anfang berichtete Staatssekretärin Dr. Gisela Splett von den Öko-Konzepten der Landesregierung und deren verbindlichen Nachhaltigkeitszielen. Kurz gefaßt: Der CO-2-Ausstoß pro Kopf soll (muß) auf 2 Tonnen pro Jahr gesenkt werden. Zur Zeit sind es 10 Tonnen je Bundesbürger. Die „Keynote“ lieferte die Abteilungsleiterin des Klimareferats der bischöflichen Kommission für Gerechtigkeit und Frieden in Bangladesch, Anjalina Diana Podder.

„Wir in Bangladesch zahlen den Preis für den Klimawandel“ rief sie ins Publikum. Und dann zählte sie die Fakten auf. Weniger Regen und Verschiebung der Regenfälle, weniger Trinkwasser und weniger Wasser für die Landwirtschaft, Ernteverluste, zunehmende Versalzung des Grundwassers und der Böden in den Küstengebieten und heftige Wirbelstürme sind die nicht mehr zu übersehenden Auswirkungen des Klimawandels. Die Folge - eine zerstörte Umwelt in einer Region, die knapp einen Meter über dem Meeresspiegel liegt und so gut wie nichts zum Klimawandel beigetragen hat. Den Menschen in den betroffenen Gebieten bleibt nichts anderes mehr übrig als wegzuziehen. Ihr Ziel sind die großen Städte des Landes, die mit dem Ansturm der Klimaflüchtlinge völlig überfordert sind. Mindestens genauso schlimm wie die Auswirkungen auf die Umwelt sind die sozialen Auswirkungen des Klimawandels. „Am meisten leiden die Frauen und Kinder darunter“

Ausführlich beschrieb Prof.Dr.Dr. Felix Ekardt das Klima-Szenario im Diskussionsforum 1 (davon gab es 12). Der Klimawandel wird richtig teuer. Wenn wir uns am Paris-Abkommen orientieren, heißt das, den durchschnittlichen Temperaturanstieg auf maximal 1,5° begrenzen. Das bedeutet Verzicht auf fossile Brennstoffe, keine ölbasierten Kunststoffe und weniger Nutztiere. Emissionen nicht verlagern, sondern vermeiden. Prof. Ekardt hält dafür auch einen gesellschaftlichen Wandel für erforderlich, an dem alle Gruppen teilnehmen müssen, Konsumenten, Industrie, Landwirtschaft, Politik und Wähler. Die Wertediskussion sei wichtig, aber noch wichtiger sei das Verhalten. Die Haupthindernisse für das Umdenken seien die Orientierung am Eigennutzen, die technisch-ökonomischen Pfadabhängigkeiten, die tradierten Werthaltungen (so nennt er das) und unsere Vorstellung, von dem was normal ist. Einen ganzen Katalog von Maßnahmen für Klimaschutz stellte Edna Sawe (ebenfalls im Forum 1) für Kenia vor, der der dortigen Regierung vorliegt. Z.B heißt es da: Autofrei leben, Flüge vermeiden, Ökostrom nutzen, ein Kind weniger. Die Umsetzung ist noch offen. Im Forum 2 wurde über globale Wertschöpfungsketten gesprochen. Im Forum 3 ging es um die vom Klimawandel ausgelösten Migrationsbewegungen. An anderer Stelle wurden die Rollen von Bund, Ländern und Kommunen beleuchtet, die für die Nachhaltigkeit als Gemeinschaftsaufgabe den Schulterschluss suchen müssen. Im Forum 8 wurde über die Möglichkeit bzw. Unmöglichkeit von CO-2-Kompensationen debattiert. Auch wenn erzeugte CO-2-Tonnen etwa bei Atlantikflügen finanziell ausgeglichen werden und das Geld in Aufforstungen in Reservaten angelegt wird, ergibt die Bilanz noch keine Reduzierung. So wurde in allen 12 Foren die Klimaproblematik breit aufgefächert: Forst-und Wassermanagement, Katastrophenhilfe im Angesicht von Umweltveränderungen, faire und klimagerechte Beschaffung in Kirchen und Kommunen, klimagerechte Mobilität oder Landwirtschaft und Ernährungssicherung.

In der Abschlussrunde wurde noch einmal auf die Agenda 2030 mit dem Klimaschutzziel 13 hingewiesen und auf das Übereinkommen von Paris, die von fast allen Staaten der Erde anerkannt werden. Eine Dokumentation der Veranstaltung und Beispiele für die Arbeit der Stiftung finden Sie unter www.sez.de

 

 

 

 

21.07.2018

Bericht vom Landesnetzwerktreffen der Ehrenamtlichen Energiegenossenschaften (LEE) am 21.07. 2018 in Bad Cannstatt

 

Das ist zwar ein ellenlanger Titel, es ist aber auch ein Treffen, randvoll mit Informationen von „Batteriespeicher“ bis „Solaroffensive“.

Einen Überblick über die Situation der Energiegenossenschaften gab Benedikt Rilling von der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Nürtingen. Die Stärken lägen beim technischen Know-how und der wirtschaftlichen Expertise, die Schwächen eher beim Marketing und Vertrieb. Er empfahl daher für spezielle Fragen etwa einen Beirat hinzuzuziehen oder ein Projektteam zu bilden. Daran knüpfte Lukas Winkler an, der als Vertreter des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbands (der auch die Bilanzen der BEP prüft) Vorschläge für die Weiterentwicklung der bestehenden Genossenschaften machte. So empfahl er z.B. Kooperationen mit anderen Initiativen oder mit studentischen Hochschulgruppen. Ausserdem gab er den Hinweis auf die Energiewendetage am 15./16. September mit einem umfangreichen Infomarkt in Stuttgart und eine geplante Exkursion zu einer Nahwärmegenossenschaft. (Information folgt).

Die „Solaroffensive Baden-Württemberg“ wurde von Dr. Till Jenssen vom Umweltministerium vorgestellt. Die Schwerpunkte seien die regionalen Photovoltaik-Netzwerke, die netzdienlichen Batteriespeicher, die Mieterstromkonzepte, die energieeffizienten Wärmenetze und auch die Öffnung von Freiflächen für Solaranlagen. Lauter Überschriften, die z.T. bereits mit Angeboten bzw. auch mit Fördermitteln ausgestattet sind . Stephanie Schmid von der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg berichtete über den seit längerem bestehenden Energieatlas (www.energieatlas-bw.de). Hier werden, für jeden abrufbar, Informationen über das Solar-Potenzial sämtlicher Dachflächen in Baden-Württemberg bereitgestellt. Man kann die bestehenden und geplanten Stromnetztrassen finden oder Standorte von Windparks oder Wasserkraftanlagen lokalisieren. Auch werden Beispiele von Energieinitiativen und vieles mehr vorgestellt. (Reinschauen lohnt sich). Im zweiten Teil der Tagung konnten an einzelnen Thementischen Erfahrungen und neue Ideen ausgetauscht werden. Jörg Sutter von der Deutschen Gesellschaft für Solarenergie zeigte, wie heutzutage jeder mit einem sogenannten Steckdosenmodul - auch als Balkonmodul bekannt - Strom von der Sonne für den Hausgebrauch beziehen kann. Das von NABU und BUND initiierte und vom Umweltministerium finanzierte „Dialogforum Erneuerbare Energien und Naturschutz“ wurde vorgestellt. Es hat die Aufgabe, bei Konflikten zwischen Energieerzeugung und Naturschutzzielen zu moderieren und Lösungen vorzuschlagen.

Spannend waren auch die Berichte einer Studentengruppe am Karlsruher KIT (kine e.V.)

Die jungen Leute verbessern die Energiebilanz im selbstverwalteten Studentenwohnheim (980 Bewohner), küren jährlich einen „Nachhaltigkeits-hero“, stellen ein Lastenfahrrad zur Verfügung und empfehlen eine alternative Suchmaschine, die ihre Werbeeinnahmen teilweise für Aufforstungen zur Verfügung stellt. (ecosia.org).

 

 

 

 

16.06.2018

Tagung zum Thema Energiewende

Mitglieder der Bürgerenergiegenossenschaft Plüderhausen besuchten Mitte Juni 2018 eine Tagung mit dem Titel „ Energiewende – natürlich“. Eingeladen hatte das DIALOGFORUM-Erneuerbare Energien und Naturschutz, eine gemeinsame Plattform der beiden großen Naturschutzverbände NABU und BUND, die vom Land gefördert wird. Sie kümmert sich um den Austausch von Bürgern, Vereinen, Verbänden, Firmen und Investoren, um möglichst einvernehmlich die Konflikte zwischen Energieerzeugung und Naturschutz zu regeln.

Zu Beginn der sechsstündigen Veranstaltung sagte Helmfried Meinel vom Landesumweltministerium, dass das Land den internationalen Klimaschutz unterstütze. Es setze sich dafür ein, durch eine umfassende CO2-Bepreisung die verschiedenen Energiesteuern zu ersetzen, wie z.B. die Stomsteuer oder die EEG-Umlage, so dass der Einzelverbraucher entlastet wird und Großabnehmer einbezogen werden können. Das seit 2013 geltende Klimaschutzgesetz solle überarbeitet werden. Sein Kommentar: „Die niedrigen Früchte sind abgeerntet.“

Staatssekretär Meinel erwähnte u.a. das Sonderprogramm „Vernetzte Energieanlagen - netzdienliche Speicher“ mit dem die Optimierung des Energiehaushalts erreicht werden soll. Dazu gehöre auch die neue Rolle der Bürger, die vom Energiesparer zum „Prosumenten“ (Produzent/Konsument) werden können, indem sie als Betreiber von Solaranlagen ihren Strom ohne Abschläge selbst verbrauchen oder auch verkaufen können (www.energiewende.de).

Dr. Joachim Nitsch vom Wuppertal-Institut für Klima, Umwelt und Energie, konstatierte mit Blick auf die Energiepolitik der Bundesregierung, der vielzitierte Klimaschutz finde seit 10 Jahren nicht mehr statt. Zwar liege der Anteil der erneuerbaren Energien (Wind und Sonne) bei der Stromerzeugung in Deutschland bei ca. 36%, im Verkehrsbereich jedoch lediglich bei 5%. Auch er sprach sich dafür aus, eine Ausgleichsabgabe für Treibhausgase „müsse kommen“. Im Wärmesektor seien zur Zeit nur 15 % der Anlagen zukunftsfähig. Seiner Meinung nach sollten Kommunen verpflichtet werden, Wärmeleitpläne zu erstellen.

Maike Schmidt vom Zentrum für Sonnenenergie und Wasserstoff-Forschung (ZSW) berichtete von den Forschungsvorhaben des Instituts, z.B. von den Untersuchungen zu Energieszenarien des Jahres 2050. Aus wissenschaftlicher Sicht sei eine Quotierung beim Ausbau der Windkraft sinnvoll, um die Erzeugung und Verteilung von Strom zu optimieren. Bei den Prognosen müsse berücksichtigt werden, dass sich viele Bereiche rasch verändern, wie z.B. die Abnahme des Milchviehbestandes, was landwirtschaftliche Flächen freisetzt. Auf jeden Fall könne man sagen, Klimaschutz bringt hohe Schadensvermeidung.

Für das Ökoinstitut sprach Dr. Felix Matthes. Er erklärte, dass die Risikokurven bei der Klimaerwärmung markante Kipp-Punkte aufweisen. So trete beim globalen Trinkwassermangel ab einem bestimmten Zeitpunkt eine drastische Verschlechterung auf, mit der Folge von verheerenden Verteilungskämpfen. Ähnliches trete bei der Häufung Malariatoten auf oder bei der Überflutung von Küstenregionen. Er meinte, vielleicht sei es erforderlich, einen Verteilungsausgleich zu erheben, wie beispielsweise durch eine Strom-Maut.

Die Mitarbeiterinnen des Dialogforums Katharina Maas und Anette Reiber skizzierten noch einmal die drei Säulen der Energiewende: Energieeinsparung, Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Das Dialogforum, das vor 6 Jahren gegründet wurde, bietet Analysen, Schulung, Beratung und Dialoggespräche an. Die Informationen findet man in Broschüren und Videos (www.NABU-BW.de/erneuerbareundnaturschutz). Das Motto lautet: Naturschutzkonflikte im Dialog lösen.

 

 

22.07.2017

Bürgerenergiegenossen beim 16. Landesnetzwerktreffen Ehrenamtlicher Energie-Initiativen (LEE) am 22.07.2017

 

Die Bürgerenergiegenossenschaft Plüderhausen (BEP) ist bestrebt, sich bei anderen Organisationen und Initiativen über neue Entwicklungen auf dem Energiesektor umzusehen. Eine gute Gelegenheit dafür sind die von der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) regelmäßig durchgeführten Treffen in Bad Cannstatt. Diesmal waren wieder zwei Vertreter der BEP unter den knapp 50 Teilnehmern. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde folgte der Vortrag von Prof.Dr. Volker Quaschning zum Thema Energiewende und Klimaschutz. Alle wollen das – aber wer macht es? Der Energietechniker der HTW Berlin gab einen knappen Überblick über die globalen Zusammenhänge von Klimafaktoren. Es gab Tabellen und Schaubilder, die der Experte anschaulich erklärte. Seine Arbeitsthese ist: Klimawandel ist unsozial! Die Katastrophen treffen die Armen zuerst. Hinsichtlich der gegenwärtigen Energiepolitik in Deutschland benannte er einige Beispiele, wie politische Aussagen und Handeln auseinander klaffen. Der Wille, die Vereinbarungen des Pariser Abkommens in Richtlinien umzusetzen, sei schlicht nicht vorhanden. Um hier keine trockene Aufzählung zu machen, sei auf die Internetseite des Professors hingewiesen: www.youtube.com/, (in der Suchleiste „Volker Quaschning youtube“ eingeben). Es folgte eine Fragerunde und, nach einer halbstündigen Mittagspause, ein Informationsaustausch an sechs Thementischen, bei denen man sich z.B. über den Aufbau von E-Tankstellen informieren konnte, über die Einrichtung einer Notversorgung bei eigener Stromproduktion oder über die Öffentlichkeitsarbeit zur Energiewende. Die Tagung der LUBW bietet die Möglichkeit, die Akteure kennen zu lernen und sich zu vernetzen.

 

 

19.05.2017

Bericht von der fünften Generalversammlung der Bürger-Energie-Plüderhausen eG

 

Etwas gelöster als sonst, diskussionsfreudiger und sehr interessiert an der Entwicklung der Bürgerenergiegenossenschaft, so zeigte sich die diesjährige Generalversammlung.

Nach der Begrüßung durch den Aufsichtsratsvorsitzenden Volker Beck und dem Überblick über die Finanzen, den Vorstandsvorsitzender Dr. Jörg Abthoff gab, ging es um die vielfältigen Tätigkeiten, die das Jahr über stattfanden. Die Orientierung nach aussen geschah durch Besuche beim Solarverein Rems-Murr, bei der Energiegenossenschaft Remstal oder bei Veranstaltungen der Landesanstalt für Umwelt und Messungen (LUBW) oder der Stiftung Energie und Umwelt (EnBW). Hier gewinnt man jede Menge Eindrücke davon, was im Land energiepolitisch passiert und bekommt Informationen zu neuen technischen Entwicklungen. Den Kontakt zu den Gemeindewerken Plüderhausen und damit den Überblick über unseren Strom-und Gasnetzanteil (be)hält Bernhard Mang. Elfriede Walendy hat im letzten halben Jahr zwei Informationsveranstaltungen zum Thema „Erneuerbare Energie vor Ort“ organisiert, bei denen sich bekannte Fachleute und Politiker mit den Fragen der Energiewende auseinandersetzten. Die Zusammenarbeit mit dem Solarverein und der Friedrich-Ebert-Stiftung ermöglichte, dass ein großer Interessentenkreis angesprochen werden konnte, wobei die Stiftung den finanziellen Rückhalt bot.

Dr. Jörg Abthoff kümmert sich darum, dass neue Aufgabenfelder für die Genossenschaft erschlossen werden. Wie sicher viele schon bemerkt haben, werden zur Zeit die Straßenlampen auf LED umgerüstet, ein Projekt, das von der Genossenschaft betreut wird. Für den Einbau eines Blockheizkraftwerks in eine Wohnanlage mit 19 Wohnungen ist der Vertrag unterschrieben. Weitere Projekte sind auf der Agenda, wobei man für vieles noch einen langen Atem braucht. Für ihren Einsatz bekamen die Aktiven der Bürgerenenergiegenossenschaft viel Lob von den anwesenden Mitgliedern.

Falls Sie sich über die Genossenschaft informieren wollen, wenden Sie sich bitte an Eberhard Bartsch 07181-89232 oder besuchen Sie unsere Homepage: www.buerger-energie-pluederhausen.de

 

 

 

09.05.2017

…. sichere Energieversorgung vor Ort. Bericht von einer gelungenen Veranstaltung

 

Nach dem ersten Diskussionsabend „Was kostet die Energiewende?“ im November 2016 folgte am 9.5. 2017 eine zweite Runde mit Anwendungsbeispielen.

Die Veranstaltung „Erneuerbare Energieen – sichere Energieversorgung vor Ort“, die Elfriede Walendy von der BEP zusammen mit dem Solarverein Rems-Murr und der Friedrich-Ebert-Stiftung organisierte, war ein großer Erfolg. Der Schorndorfer OB Matthias Klopfer begrüßte rund 160 Besucherinnen und Besucher in der Barbara-Künkelinshalle. Dass die Stadtwerke mit erneuerbare Energien arbeiten, sei eine Investition in die Zukunft und diene der Standortsicherung, betonte Klopfer. Die Energiewende brauche auch das gesellschaftliche Engagement. Darum ging es beim hochkarätig besetzten Podium. Der bekannte Fernseh-Moderator und Autor Franz Alt, der durch die Veranstaltung führte, sagte, dass die Energietransformation in Deutschland weltweit mit Interesse verfolgt werde und der Remstaler Energiepionier Hermann Scheer überall bekannt sei.

Erste Rednerin war Margit Conrad, frühere Umweltministerin in Rheinland-Pfalz. Das Erneuerbare-Energieen-Gesetz sei eine Erfolgsgeschichte. Sie wolle vor allem die Kommunen ermutigen, gerade in energieintensiven Bereichen, mit gutem Beispiel voran zu gehen und lobte gleich den Solarverein und die BEP, das sei Engagement vom Feinsten. Als Politikerin sparte sie nicht mit Kritik an der bremsenden Wirkung der EEG-Reform und den vielen Vorschriften im Energiemarkt. Es brauche eine Dynamik von unten.

Als erstes Beispiel für Praktiker stellte Dr. Ulrich Zuberbühler „Power to Gas“ vor. Er war als Mitarbeiter des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung an der Entwicklung der Technik beteiligt, bei der aus (überschüssigem) Strom Wasserstoff erzeugt wird und danach Methangas, indem man noch CO2 hinzufügt. Dieses Methan sei beliebig speicherbar, durch die vorhandenen Leitungen quer durch die Republik transportierbar und in der Industrie oder im Verkehr einsetzbar. Sinnvoll sei die Anwendung bei Strom aus Wind- oder Wasserkraft und daher müsse so gewonnenes Methangas als erneuerbare Energie angesehen werden.

Ein großes Plädoyer für die Rolle von Stadtwerken hielt Johannes van Bergen aus Schwäbisch Hall. Hier sei man von vorn herein ohne die „großen Vier“ (Energieanbieter) ausgekommen. Man habe mittlerweile 120% Eigenproduktion des Strombedarfs erreicht. Und überhaupt würden sich fossile Energieerzeugungen gesamtwirtschaftlich nicht rechnen. Die von ihm aufgebaute Solarinvest AG würden allen Bürgern die Möglichkeit bieten, sich an alternativen Energieformen zu beteiligen.

Das dritte Praxisbeispiel skizzierte Baubürgermeisterin Birgit Priebe aus Waiblingen. Sie stellte das Klimakonzept der Kreisstadt vor. Als besonderen Ansporn beteilige sich Waiblingen am „European Energy Award“, der 5 Anwendungsfelder umfaßt. Die Anforderungen seien hoch. Es gehe um 50% CO2-Reduzierung bis 2030 im Vergleich zu 2005; einen Energieerlass, der Bauherren verpflichtet 10% besser als die Energieeinsparverordnung (EnEV) zu bauen; einen Sanierungsplan für städtische Liegenschaften; ein energieoptimiertes Ver- und Entsorgungskonzept; ein Mobilitätskonzept mit City-Bus, E-Tankstellen – um nur Einiges zu nennen. Die Stadt sei jetzt bei 72 Punkten – 3 Punkte vor „Gold für den Klimaschutz“. Ihr Credo sei, die Gemeindeverwaltung müsse Vorreiter und Beispielgeber für Gewerbebetriebe und Bürger sein.

In der anschließenden Diskussion kamen noch zwei Politiker zu Wort: Dr. Christoph Reichle vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und Helmfried Meinel vom Baden-Württembergischen Umweltministerium. Van Bergen startete gleich mit Kritik an der Preispolitik der Regierung. Der Finanzminister kassiere auch bei erneuerbare Energien zweimal Steuern, nämlich die Stromsteuer und darauf nochmal Mehrwertsteuer. Er fordere ein Kohleausstiegs-programm. „Kohle verhindert den Ausbau von Speichern“. Dr. Reichle räumte ein, in der Verkehrspolitik sei energetisch wenig passiert. Er appelliere an die Nachfrageseite. Bei der Kohleverstromung seien die Vorstellungen der einzelnen politischen Parteien für den Ausstieg unterschiedlich. Es gelte, den Strukturwandel zu gestalten. Meinel war der Meinung, damit müsse man aber jetzt beginnen. Es brauche auch Anreize für den Bau von Speichern, damit könne man nicht erst in 20 Jahren anfangen. Viele Fragen gab es auch aus dem Publikum. Ob nicht das Ausschreibungsverfahren für Windenergie vereinfacht und transparenter gemacht werden könne? Ob man überhaupt Nord-Süd-Trassen für Kohlstrom brauche und ob nicht viel mehr Dächer von Landesgebäuden für Photovoltaik bereit gestellt werden könnten? Ein Besucher meinte, es werde viel zu viel Geld für Öl- und Gasimporte ausgegeben. Moderator Franz Alt nannte ein Beispiel aus Bayern mit einem Beteiligungsmodell an Solaranlagen auch für kleine Geldbeutel, das von einer örtlichen Sparkasse finanziert werde. Nach einer kurzweiligen Vier-Stunden-Tagung setzte Franz Alt einen energischen Schlusspunkt, nicht ohne noch auf eine Resolution an die Bundesregierung aufmerksam zu machen, die zur Unterschrift auslag.

 

 

 

 

 

08. 02. 2017

BEP beim Debattenabend der Stiftung Energie § Klimaschutz in Stuttgart.

 

Die EnBW-Stiftung will mit dieser jährlich stattfindenden Veranstaltung einen energiepolitischen Ausblick auf das kommenden Jahr werfen.

Eingeladen waren Ute Vogt MdB, Prof.Dr. Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung, Christoph Bals von Gemanwatch e.V. und Dr. Hans-Josef Zimmer vom EnBW Vorstand. Gleich zu Anfang wurden die drei Gewinner des Ideenwettbewerbs „Energiewende und Klimaschutz“ vorgestellt. Doktorand Fabian Niess forscht an der Herstellung von Biokraftstoff – der dritten Generation, wie er sagt - aus Microalgen („das grüne Gold“). Dabei werden Cyanobakterien so manipuliert, dass sie für die Produktion von Ethanol verwendet werden können. Florian Gutekunst untersucht den Einfluß erneuerbarer Energien auf die Momentanreserve im deutschen Stromversorgungssystem. Dazu hat er ein EDV-gestütztes Netzdynamikmodell entwickelt, mit dem man die Abläufe im gesamten europäischen Stromnetz darstellen kann. Die dritte Preisträgerin, Dr. Larissa Bergmann, forscht an speziellen Kupfermaterialien, die bei einer neuen Generation von organischen Leuchtdioden (OLED) die bisher verwendeten seltenen Rohstoffe ersetzen sollen. Alle drei Arbeiten stehen kurz vor der praktischen Anwendung und können u.U. einen deutlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Dafür gab es großen Applaus von den rund 150 Gästen.

Die Statements der Gastredner zeigten, dass es nicht einfach ist, einen konkreten Blick auf das Jahr 2017 zu richten.

Ute Vogt, die in der SPD-Bundestagsfraktion für Umwelt- und Naturschutz zuständig ist, beschrieb die Mammutaufgabe, möglichst mehr als 90% des CO2-Potenzials im Boden zu lassen zumal der gesamte Verkehr fast zu 100% auf fossile Energieträger angewiesen ist.

Neben dem Energiemarkt und dem Verkehr müsse auch der Bausektor noch viel für den Klimaschutz leisten.

Nach Einschätzung von Claudia Kemfert, Professorin für Energieökonomie und Nachhaltigkeit, ist die weltweite Energiewende nicht aufzuhalten, trotz aller Widerstände z.B. der Wirtschaftszweige, die Öl und Gas vermarkten oder auch politischer Interessengruppen. Nur nebenbei erwähnte Christoph Bals von Germanwatch die Kriege, die um die Sicherung von Bodenschätzen geführt werden (Fossile Energien destabilisieren die Welt zunehmend). Er betonte die Bedeutung von wirksamen Klimaschutzkonzepten und dass man beispielsweise auf Dürrekatastrophen rasch helfend reagieren müsse, um Flüchtlingsströme zu vermeiden.

Hans-Joseph Zimmer, Vorstandsmitglied der EnBW sagt es so: Die Musik spielt in Europa.

Wir müssen unseren Strommarkt fluktuierend und dezentral organisieren. Die erneuerbaren Energien sollten auch weiterhin den Einspeisevorrang genießen.

Eine Stimme in der abschließenden Publikumsrunde: Der Seite der Energieverbraucher kommt eine Schlüsselrolle bei der Effizienz der Energienutzung zu. Da ist noch ganz viel Luft nach oben.

 

 

Auf dem Foto von links nach rechts: Moderatorin

Alexandra von Lingen, Ute Vogt, Christoph Bals

und Claudia Kemfert Foto: Walendy

 

 

 

14. 11. 2016

Podiumsdiskussion zum Thema: "Was kostet die Energiewende?" Eigener Bericht

 

Was kostet die Energiewende

 

Dass Dr. Nina Scheer mit auf dem Podium saß, war nicht nur für das Publikum aus dem Rems-Murr-Kreis eine besondere Freude. Es war auch sehr spannend, ihren klaren politischen Positionen zu folgen. Auf der von der Bürger-Energiegenossenschaft-Plüderhausen gemeinsam mit dem Solarverein Rems-Murr gründlich vorbereiteten Veranstaltung im Waiblinger Bürgerzentrum war insgesamt viel Fachkompetenz vertreten. Die Volkswirtin Esther Chrischilles, die im Institut der deutschen Wirtschaft in Köln den Sektor Umwelt, Energie und Infrastruktur (man beachte die Konstellation) bearbeitet, stellte eingangs klar, dass es nicht um teuer oder günstig geht. Es gehe vor allem darum, ob die Förderung an der richtigen Stelle ansetzt und z.B. ob der Stromkunde die Kosten der Energiewende bezahlen soll, die ja politisch beschlossen ist und die so gut wie niemand mehr in Frage stellt. Malte Kreutzfeldt, der als Vertreter der kritischen Presse (taz) auf dem Podium war, erläuterte anhand einiger Zahlen die Entwicklung des Strompreises, z.B. den Anstieg um rund 15 ct/kwh zwischen 2000 und 2015 und dass dabei die EEG-Umlage nur mit ca. 6,5 ct beteiligt sei.

Seine Recherchen sind in seinem Buch „Das Strompreiskomplott“ nachzulesen (2014). Dr. Jörg Jasper, der bei der EnBW für Energiepolitik zuständig ist, betonte, dass die Energiewende effizient umgesetzt werden müsse. Der Strommarkt sei gut aufgestellt. Es dürfe jedoch nicht zu Verteilungsprozessen kommen, die einige Verbrauchergruppen benachteilige. Das führe schließlich dazu, dass die Akzeptanz für die notwendigen Veränderungen verloren gehe und so auch für den Energiekonzern die Investitonsplanung schwieriger werde. Dr. Nina Scheer, im Bundestag Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Energie und intensiv an der EEG-Novelle beteiligt, sagt sie sei noch nicht zufrieden mit den gegenwärtigen Regelungen (Ausbaupfad). Ihr Anspruch wäre, die sogenannte CO-2-Bepreisung nach und nach einzuführen. Das bedeutet, die fossilen Energieträger mit den wahren Kosten zu belasten und nicht zu subventionieren. Dann bräuchte man die erneuerbaren Energien nicht mehr zu fördern und es entstünden mehr Anreize für neue Technologien. Sie setzt sich auch für einen erleichterten Zugang für Bürgergenossenschaften zum Energiemarkt ein. Das gefiel den Veranstaltern besonders gut.

Es folgten Fragen aus dem Publikum, die noch einmal zeigten, wie viele Facetten der Energiemarkt aufweist. So wurde z.B. deutlich, dass eben auch der Wärmemarkt und der Mobilitätsbereich sehr stark auf den Stromsektor zulaufen werden und dass an der Flexibilität des Energieeinsatzes gearbeitet werden muss.

Elfriede Walendy von der Bürger-Energiegenossenschaft-Plüderhausen freute sich über das große Interesse beim Publikum und bedankte sich bei den Teilnehmern auf dem Podium für die Fülle an Informationen, bei Rolf Gaßmann für die straffe Moderation und bei den Mitveranstaltern, der Stiftung Energie und Klimaschutz und der Friedrich-Ebert-Stiftung, die die Veranstaltung organisatorisch und auch finanziell mit getragen haben.

 

 

 

 

14. 11. 2016

Pressebericht der Stiftung Energie &Klimaschutz BW

 

Kooperationsveranstaltung der Stiftung Energie & Klimaschutz Baden-Württemberg mit dem Fritz-Erler-Forum (Landesbüro der Friedrich-Ebert-Stiftung) dem Solarverein Rems-Murr und der Bürgerenergie Plüderhausen  am 14. November 2016 in Waiblingen

Der Großteil der Bevölkerung in Deutschland steht hinter der Entscheidung der Bundesregierung für die Energiewende. Bei der Frage, wie diese finanziert werden soll, gehen die Meinungen allerdings auseinander. Darüber diskutierten in Waiblingen Experten aus Wissenschaft, Politik, Praxis und Medien*.

Esther Chrischilles, Senior Economist im Kompetenzfeld Umwelt, Energie, Infrastruktur beim Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V., traf in ihrem Impulsstatement den Nerv der anwesenden Zuhörer. Mit der Aussage „aktuell bezahlt der Stromverbraucher die Energiewende“ erntete sie breite Zustimmung. Seit 2011 befasst sie sich mit der Energiewende und der Frage, wie das ökologische Ziel einer Förderung der Erneuerbaren Energien auf die kostengünstigste Weise erreicht werden kann. „Die Förderung ist auf einem guten Weg, aber es gibt durchaus Luft nach oben“. Die Kosten seien allerdings nicht gerecht verteilt. So wendet ein Geringverdiener prozentual einen deutlich höheren Teil seines Einkommens für Energie auf als ein Besserverdiener. Dies sei keine leistungsgerechte Verteilung.

Das Thema der Bezahlbarkeit wird immer wieder dazu genutzt, das gesamte Projekt der Energiewende in Frage zu stellen. Dr. Nina Scheer, Mitglied des deutschen Bundestages und dort Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Energie warf die Frage auf, was es denn kosten würde, wenn die Energiewende nicht vollzogen wird, und schlägt vor: „Die Bepreisung von CO2 könnte eine Entwicklungswelle in Gang setzen.“ Dieser Ansatz sei nicht neu, solle aber eine gerechtere Kostenverteilung ermöglichen. Wer mehr CO2 ausstößt, solle auch dafür zahlen. Am Erneuerbare-Energien-Gesetz kritisiert Scheer, dass es zwar den Ausbau der Erneuerbaren vorsehe, der Abbau fossiler Energieträger aber dabei nicht wirklich erfasst werde. Zusätzlich „hängt der Netzausbau hinterher“. Die EEG-Umlage hält sie für indirekte Entwicklungshilfe, da Deutschland zu einem Technologietransfer beigetragen habe. Diesen Teil der Stromkosten solle deshalb nicht der einzelne Stromverbraucher übernehmen, sondern der Staat als Ganzes.

Auch der Konzernexperte Energiewirtschaft und Energiepolitik der EnBW Energie Baden-Württemberg AG Dr. habil. Jörg Jasper sieht eine sozial unausgewogene Kostenverteilung als gefährlich an: „Eine ungerechte Verteilung der Kosten schadet der Legitimität und Tragfähigkeit des Projektes.“ Er beschäftigt sich mit der Frage, wie Regularien aussehen sollten, damit die Erneuerbaren Energien wachsen und die Energiewende auf der Markt- sowie Verbraucherseite regulatorisch gelingen kann.

Als „Fan“ der Energiewende bezeichnet sich Malte Kreutzfeld, Redakteur für Wirtschaft und Umwelt der Tageszeitung taz in Berlin. Er betrachtet die Energiewende als „alternativlos“, kritisiert allerdings: Daran, dass die Strompreise von 15 Cent im Jahre 2000 auf 30 Cent im Jahre 2015 gestiegen sind, haben eine ganze Menge Leute mitverdient, und weiter: „Die Kosten, die manche Industrieunternehmen nicht zahlen, weil sie ganz oder teilweise von der EEG-Umlage befreit sind, zahlen die Privatverbraucher.“

* Moderiert von Rolf Gaßmann, Vorsitzender des Mietervereins Baden-Württemberg, diskutierten auf dem Podium Esther Chrischilles, Senior Economist Kompetenzfeld Umwelt, Energie, Infrastruktur beim Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V., Dr. Nina Scheer, MdB, Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Energie des Deutschen Bundestages, Dr. habil. Jörg Jasper, Konzernexperte Energiewirtschaft und Energiepolitik der EnBW Energie Baden-Württemberg AG und Malte Kreutzfeldt, Redakteur für Wirtschaft und Umwelt der taz.

 

 

 

 

22.10.2016

SOLARREISE des Solarvereins Rems-Murr am 22.10.2016 nach Tübingen (eigener Bericht)

Es gibt ein Heizwerk aus dem Jahr 1930, direkt an der Ammer in der Tübinger Wilhelmsvorstadt. Ein mächtiger Ziegelbau mit Anklängen an Bauhausproportionen und achteckigem Kamin. Daneben Renaissancehäuser, die Mensa der Universität, das Technische Rathaus. Die Hälfte der etwa 50-köpfigen Reisegruppe aus dem Rems-Murr-Kreis, darunter einige Plüderhäuser von der Bürgerenergiegenossenschaft, drehte bei bestem Oktoberwetter eine informative Runde durch das ziemlich unbekannte Tübinger Quartier, während sich die andere Hälfte durch das bekanntere Französische Viertel führen ließ. [::Bild1::] Der Solarverein Rems-Murr hatte diesen Ausflug diesmal in Kooperation mit dem Landratsamt (Geschäftsstelle Klimaschutz) organisiert. „Tübingen macht blau“ so lautet die Kampagne, mit der OB Boris Palmer seit Jahren für den Einsatz von erneuerbaren Energien trommelt. Die meist bläulich schimmernden Solarkollektoren sollen möglichst viel Sonnenwärme einfangen, der Himmel soll blau statt grau werden und neben der Blauen Brücke soll ein Quartier der kurzen Wege und des minimierten Energiebedarfs entstehen. Die Stadt hat eine Solardachbörse eingerichtet und stellt städtische Dächer für die Energiegewinnung zur Verfügung. Am Nachmittag tauschten die Besichtigungsgruppen das Programm. Das Französische Viertel wurde ab 1991, nach dem Abzug der Franzosen aufgesiedelt. Es ist ein verdichtetes Wohngebiet, so dass sich auch hier die Gebäudeheizung mit Fernwärme rechnet. [::Bild2::] Es gibt aber nicht nur abwechslungsreiches Wohnen sondern auch kleinere Gewerbebetriebe, Läden und Gastronomie. Man merkt die hohe Dichte nicht, denn der Autoverkehr ist weitgehend aus dem Viertel herausgehalten, der Bus zur Innenstadt kommt alle 10 Minuten und der öffentliche Raum gehört dem Grün, den Kindern und den Fußgängern. Auf der Rückfahrt betonte Hanne Barth vom Solarverein Rems-Murr, dass diese informative Reihe der „Solarreisen“ auf jeden Fall fortgesetzt werden soll.

 

 

 

 



 

16.07.2016

BEP-Pressebericht:

 

Bürgerenergiegenossen beim Landesnetzwerktreffen Ehrenamtlicher Energie-Initiativen (LEE)

 

Das von der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) organisierte Treffen fand am 16.07.2016 in Stuttgart statt und zwar diesmal zum Thema „Energiewende“. Der Hauptredner, Hans-Josef Fell, langjähriger Bundestagsabgeordneter und Mitbegründer und Präsident der Energy-Watch-Group in Berlin, stellte anhand von Schaubildern und Beispielen dar, wie sich der Einsatz der erneuerbaren Energien entwickelt hat. Mit großer Sorge sehe er, dass die in Paris erneut beschlossenen Klimaziele kaum oder gar nicht erreicht werden können, wenn der Ausstoß von CO2 und anderen Treibhausgasen nicht drastisch gesenkt werden kann. Die Folgen des Klimawandels sieht er nicht nur im Anstieg des Meeresspiegels und der zunehmenden Ausbreitung der Wüsten, sondern auch in den Flüchtlingsströmen von Menschen, die keine Lebensgrundlage mehr haben und die auch vor Waffeneinsatz fliehen, die in Teilen der Welt durch Erdölerträge finanziert werden. Sein Gegenbeispiel: „Wenn wir 20% der degradierten Flächen mit Ölpflanzen bewirtschaften, können wir weltweit auf Erdöl verzichten“.

Dem Vortrag folgte eine Fragerunde an der sich die etwa 45 Teilnehmer ausdauernd beteiligten. Das Spektrum reichte von der Notwendigkeit von Super-Grid-Leitungen bis zur Frage, ob denn diverse Banken immer noch Einlagen im Bereich der Atomwirtschaft hätten.

Nach der sehr knappen Mittagspause fand der Informationsaustausch an fünf Thementischen statt. Hier ging es um die Öffentlichkeitsarbeit für die Energiewende oder – im Gespräch mit einem Vertreter des Genossenschaftsverbands - um einen besseren Erfahrungsaustausch zwischen den Energiegenossenschaften. Ein Projekt wurde vorgestellt, bei dem mit der (Öko-)Stromrechnung die Ausrüstung eines Dorfes in Afrika oder in Asien mit Solarzellen und einfacher Beleuchtung finanziert wird und gleichzeitig die nötigen Handwerker ausgebildet werden. (Netzwerk TERRA Energiewende). Ein anderes Projekt ist der Betrieb von gemeinschaftlichen Batteriespeichern, um den überschüssigen Strom von privaten Photovoltaikanlagen für den späteren Bedarf zu puffern.

Bericht Bartsch

 

 

 

01. 06. 2016

Bericht von der vierten Generalversammlung der Bürger-Energie-Plüderhausen eG

 

Die Bürgerenergiegenossenschaft besteht bereits seit 5 Jahren. Die einmal im Jahr einberufene Generalversammlung bietet für die Mitglieder die Möglichkeit, sich über die Aktivitäten und Vorhaben der Genossenschaft zu informieren.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Volker Beck eröffnete die Sitzung und begrüßte die Anwesenden. Vorstand Bernhard Mang, der sich in der Genossenschaft um die Finanzen kümmert, erläuterte den Geschäftsbericht für das Jahr 2015 und verwies auf den Prüfbericht des Genossenschaftsverbandes (bwgv) für das vorhergehende Jahr. Aufsichtsrat Eberhard Bartsch verlas die Zusammenfassung des Berichts, aus dem hervor ging, dass die Geschäfte ordentlich durchgeführt worden seien.

Eine Übersicht über die Besprechungen von Vorstand und Aufsichtsrat, die verschiedenen Anläufe, in alternative Energieversorgung einzusteigen und die Kontakte zum Solarverein Rems-Murr, zur BEG Remstal und zur Landesanstalt für Umwelt und Messungen wurde ebenfalls von Eberhard Bartsch im Schnelldurchlauf vorgetragen.

Die Entlastungen von Vorstand und Aufsichtsrat wurde von Gemeinderat Ulrich Scheurer durchgeführt. Dabei bedankte er sich bei allen für ihren Einsatz, der nicht nur für die Genossenschaft, sondern ebenso für das Gemeindeleben wichtig sei.

Bei der abschließenden Fragerunde erläuterte Vorstandsmitglied Peter Dambacher, wie sich das Projekt der Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED entwickle. Es liege gegenwärtig am Gemeinderat, die Zusammenarbeit von Gemeinde und Genossenschaft festzuklopfen. Einige Zuhörer wollten es genau wissen und fragten, wo denn die Probe-LED-Lampen montiert worden seien.

Aufsichtratsmitglied Elfriede Walendy berichtete, dass eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Solarverein Rems-Murr und der Friedrich-Ebert-Stiftung vorbereitet werde. Zu dem Thema: „Erneuerbare Energie – Sichere Energieversorgung“ sollen Vertreter aus Forschung, Stadtwerken und Energieversorgern sowie nach Möglichkeit auch der Landesumweltminister auf dem Podium sein.

 

 

 

 

 

27.02.2016

Windparkbaustellenbesichtigung

 

Böhmenkirch liegt 43 Straßenkilometer von Plüderhausen entfernt auf 700 m Höhe am Rand der Schwäbischen Alb. Eine Busreise, organisiert vom Grünen-OV Fellbach, dem Solarverein Rems-Murr und der Bürgerenergiegenossenschaft Remstal, brachte am vergangenen Samstag etwa 50 Energie-Aktive - darunter fünf Mitglieder der Bürgerenergie-Plüderhausen - dort hin, zur Besichtigung einer Windparkbaustelle. Erster Stopp war bei Schnittlingen. Dort stehen seit längerem 7 Windräder unterschiedlichster Größe – eine Art Forschungswindpark. Tilmann Wied von der Firma wpd-onshore, die weiter nördlich den Windpark Lauterstein errichtet, erklärte die verschiedenen Typen und dass z.B. die modernen Anlagen mit größeren Rotordurchmessern sehr langsam laufen und daher kaum Windgeräusche erzeugen. Danach gings gleich zur Baustelle. 16 Windräder des Typs GE 120 (2,75 MW) sollen dort aufgestellt werden mit einer Gesamtleistung von 44 MW. Der gesamte Windpark liegt in einer Waldfläche, die teils in Privatbesitz und teils Gemeindeeigentum ist. Die Erschließung auf den vorhandenen Waldwegen ist bereits fertig gestellt, so dass der Bus bis zu den fertig betonierten Fundamenten bzw. zu den Betonsockeln fahren konnte und die interessierten Besucher, die Tilmann Wied mit kritischen Fragen löcherten, sich ein Bild von den Dimensionen machen konnten. So ziemlich alle Ausflügler waren verblüfft, dass die Ringstraße, die alle 16 Standorte verbindet, wie ein leicht verbreiterter Waldweg aussah. Auch die gerodeten Flächen, jeweils 40 x 70 m, wirkten nicht wie zwei Fußballfelder, sondern eher wie ein Tennisplatz. Die Anschlussleitungen zum Umspannwerk Schalkstetten, so erklärte Tilmann Wied, seien bereits unter der Ringstraße verlegt. Bei fast allen Fundamenten seien, wegen des klüftigen Untergrundes, Bohrpfähle von 10 bis 30 m Länge notwendig gewesen. An einer Stelle konnte man auf einem Zwischenlager die Betonringe für zwei Windräder sehen, die nach der Montage auf der Innenseite verspannt werden. Beim abschließenden Stopp in einer Albgaststätte gab es noch weitere Informationen. Die 16 Windräder werden den gesamten Strombedarf für etwa 10 Gemeinden der Größe Plüderhausens erzeugen. Dabei können ca. 90 000 Tonnen CO2 pro Jahr vermieden werden. Die Partner wpd-onshore und und Albwerke Geislingen werden bei Nachfrage ein Windrad an interessierte Bürger abgeben. Für die Windräder auf ihrer Gemeindefläche wird Lauterstein sowohl die Pacht als auch die Gewerbesteuer im Haushalt verbuchen. Aufschlussreich waren auch die Beispiele aus den umfangreichen Voruntersuchungen, wie etwa die unumgängliche Windmessung, die geologischen Proben, die artenschutzrechtlichen Untersuchungen, die Schall- und Schattenwurfberechnungen oder die Baumhöhlenkartierung.

Bereits im Herbst diesen Jahres sollen die Räder sich drehen.

 

 

Gemeindeblatt vom 10.12.2015

BEP beim Landestreffen der ehrenamtlichen Energieinitiativen

 

Am vergangenen Samstag trafen sich über 50 Vertreter von Bürgerenenergiegenossenschaften und anderen Organisationen aus ganz Baden-Württemberg, die sich aktiv für Klimaschutz und die Energiewende einsetzen zum Erfahrungsaustausch. In der Vorstellungsrunde zeigte sich die erfreuliche Vielfalt der Initiativen und das große Engagement der Teilnehmer. Insgesamt elf Referenten berichteten in Vorträgen und an Thementischen über Entwicklungen im Energiebereich. Felix Denzinger von den Teckwerken beispielsweise bot einen Überblick über verschiedene Stromspeicher, die zunehmend in privaten Haushalten zu finden seien. Will man den Strom vom Dach weitgehend selbst verbrauchen, ist eine Batterie im Keller hilfreich. Die neueren Lithium-Ionen-Akkus haben eine Lebensdauer von 15 bis 20 Jahren. Für private Investoren gibt es zwar Fördermöglichkeiten, dennoch bewege sich die Wirtschaftlichkeit in engen Grenzen. Für die allermeisten Eigenerzeuger sei jedoch am Wichtigsten, sich für CO2-Einsparung zu engagieren und energieautark zu sein. Nico Storz vom Baden-Württembergischen Genossenschaftsverband wies ebenfalls auf die Förderung von Einzelprojekten hin und warb für die Professionalisierung der Genossenschaften. Manfred Niess vom Umweltbündnis Stuttgart beschrieb die gegenwärtige Situation beim Ausbau der Windenergieanlagen in unserer Gegend. Die Erfahrung sei, dass für die meisten Anwohner in der Nachbarschaft von Windrädern die befürchtete Beeinträchtigung gar nicht eintrete, wenn die Räder sich drehen. Gerd Oelsner vom Nachhaltigkeitsbüro der LUBW (Landesanstalt für Umwelt und Messungen), von dem die Veranstaltung organisiert wurde, wies auf die vielfältigen Informations- und Unterstützungsangebote hin, die man auch online abfragen kann. (zum Beispiel unter: www.lubw.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/231714/). Die Initiative „Electrify-BW e.V.“ wurde von Conny Krieger vorgestellt. Sie wirbt für den breiteren Ausbau der Elektromobilität. Vor allem, wenn man mit Wind- oder Solarstrom lädt, fahre man weitgehend klimaneutral und bei entsprechender Menge an Fahrzeugen könnten deren Batterien temporär als Pufferspeicher dienen.

Eine künstlerische Variante der Energiegewinnung ist „Schließ dich an“, bei der Kunstobjekte Energie erzeugen. Die Edition von stromerzeugenden Skulpturen kann unter www.performance-electrics.com besichtigt und geordert werden.

 

 

Gemeindeblatt vom 26.11.2015

Bericht von der Windradwanderung am 21. November 2015

Windige Wanderung

Der Hohberg steht im Zentrum der Windraddiskussion in Plüderhausen. Der Gipfel ist knapp 500 m hoch und etwa eine halbe Stunde Fußweg vom nächsten Parkplatz entfernt. Oben liegt eine von der Regionalversammlung beschlossene Vorrangfläche für Windräder. Die Bürgerinitiative „Windrad und Natur“, seit einiger Zeit bekannt durch ihre strikte Ablehnung von Windrädern auf dem Hohberg und im Welzheimer Wald, hatte zu einer Sternwanderung dorthin eingeladen. Am Treffpunkt Kelterberg war mit Absperrband die Größe markiert, die ein Windradbauplatz braucht. Dr. Thomas Häußermann begrüßte die zahlreichen Protestwanderer unter die sich einige Windkraftbefürworter gemischt hatten. Er machte deutlich, dass er den Eingriff in die intakte Natur durch die Windmaschinen für unvertretbar halte. Bürgermeister Andreas Schaffer sagte, dass er ebenfalls dem Schutz der heimatlichen Landschaft den Vorzug gebe. Bei der folgenden Wanderung über den Hohbergkopfweg war zu beobachten, dass sich lebhafte Diskussionen entwickelten und die Wanderer sich über den Klimawandel, den Schutz der Natur und die vielfältigen Möglichkeiten der Energieeinsparung unterhielten. Aber auch über die empfundene Beeinträchtigung, die durch die Nähe von Windrädern entstehen könnte oder über die mangelnden Windstärken, die in anderen Gegenden stärker und deshalb ergiebiger seien, wurde geredet. Die Gruppe der Windkraftbefürworter hatte den Flyer „Klimaschutz geht uns alle an“ verteilt. Darin wurde auf die Klimaschutzziele der Bundes- und Landesregierung hingewiesen und dass man diese nur erreichen könne, wenn konsequent Energie eingespart werde, der CO2-Ausstoß wesentlich reduziert werde und dazu alle verfügbaren Möglichkeiten – beim Verkehr, im Haushalt, in der Industrie und eben auch bei der Energieerzeugung – genutzt und auch verbessert würden. Ein weiterer Grund, Energie einzusparen und nicht mehr mit fossilen Energieträgern oder Uran zu erzeugen, sei auch, dass jährlich nur für Rohölimporte 49 Mrd.€ ins Ausland fließen und dass dort gewaltige Umweltzerstörungen stattfinden oder gar Kriege finanziert werden. Das Wetter meinte es gut mit den Gipfelstürmern und der angekündigte Regen setzte erst ein, als alle oben waren. Der heiße Tee und der Glühwein waren jetzt willkommen. Zwei sachkundige Bürger erläuterten über Megaphon die technischen Grundlagen eines Windradprojekts, so dass jeder mit mehr Sachkenntnis ausgestattet und weniger auf Spekulationen angewiesen war. Dennoch bleibt der Eindruck, dass zum Beispiel durch das Flugblatt des Göppinger Vereins „Mensch und Natur“ durch drastische Übertreibungen und ungesicherte Behauptungen Ängste geschürt werden sollen. Damit erweist man der Auseinandersetzung mit existenziellen Fragen der nahen und fernen Zukunft keinen Dienst. Um so erfreulicher waren die Bilder von lebhaft diskutierenden Menschen, die auch bei gegensätzlichen Meinungen das Gespräch suchten.

 

 

 

 

 

 

Gemeindeblatt vom 08.10.2015

Bürgerenergiegenossen beim Regionalparlament

 

Die Regionalversammlung, die ca. 1,7 Millionen Bürger repräsentiert, hat am Mittwoch, 30.9. über die Vorrangflächen für Windräder in der Region Stuttgart beraten und 41 Standorte beschlossen. Vertreter der Bürgerenergiegenossenschaft Plüderhausen haben sich, zusammen mit Windkraftbefürwortern des Solarvereins Rems-Murr und Unterstützern vom Verein Rückenwind aus Murrhardt unter die Zuhörer gemischt. Zuvor wurde im Foyer Regionalpräsident Thomas Bopp ein „Windrädle“ überreicht, mit der Bitte, sich für die alternative Energiegewinnung einzusetzen. Vorausgegangen war eine vierjährige Planungsphase mit sehr viel öffentlicher Beteiligung, wie der Planungschef des Regionalverbands Thomas Kiwitt betonte. Von den ursprünglich über 90 Flächen waren schlußendlich 44 übrig geblieben, die am Mittwoch zur Debatte standen. Weitere 3 Standorte auf den Berglen wurden noch aus der Liste gestrichen und – was Plüderhausen besonders betrifft – die beiden Gebiete im Welzheimer Wald (WN-28 und -29) und eine Fläche bei Adelberg (GP-01) sollen deutlich reduziert werden. Der Fraktionssprecher der CDU, Dr. Felix Tausch, sagte, man wolle die alternativen Energien und die von der Kanzlerin ausgerufene Energiewende voll unterstützen, dort wo es für die Natur und die Anwohner vertretbar sei. Die folgende Diskussion ging noch einmal um 20 Änderungsvorschläge, die alle mit Für und Wider abgewogen wurden. Die beschlossenen 41 Flächen bieten nun genug Raum, um die Ausbauziele der Landesregierung zu verwirklichen und bringen die nötige Planunssicherheit für Investoren. Ob jedoch auf den freigegebenen Gebieten tatsächlich Windräder gebaut werden, ist damit noch nicht ausgemacht. Die Windmessungen, die Natursschutzgutachten und die Kosten für die Pacht und die Erschließung werden für jeden Investoren ausschlaggebend sein, ob die Kalkulation aufgeht oder nicht.

 

 

 

11.07.2015

Landesnetzwerk Ehrenamtlicher Energie-Initiativen (LEE)

12. Erfahrungsaustausch (Eigener Bericht)

 

Das von der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) organisierte Treffen fand am 11.07.2015 in Stuttgart statt.

Es waren ca. 30 Vertreter der unterschiedlichsten Energiegenossenschaften und Vereine anwesend, die viel von den Referenten und dem Austausch untereinander profitierten.

Bene Müller von der Solarcomplex AG gab einen Überblick über die Entwicklung der alternativen Energie und die neuesten politischen Regelungen (die sog. Ausbaubremse). Er veranschaulichte die verschiedenen Energieerträge pro ha: Windenergie ca. 0,6 bis 1,0 Mio kWh/ha, Photovoltaik ca. 0,1 bis 1,0 Mio kWh/ha, Biomasse ca. 0,01 bis 0,04 Mio kWh/ha. Die Sonneneinstrahlung liefert in Deutschland ca. 9 Mio kWh/ha. Ein weiterer Vergleich: Eine Solarzellen-kWh kostete 2006 etwa 4000.-€, die Vergütung betrug 40 ct/kWh; heute kostet die Solarzellen-kWh nur noch 1100.-€ und die Vergütung ist auf 9,7 ct/kWh gesunken, die Wirtschaftlichkeit ist also nahezu gleich geblieben. Für den Verbraucher ist die kWh aus Solarthermie etwa doppelt so teuer, also 20 ct/kWh. Der Anteil der Windenergie an der Stromerzeugung sei in NRW bei etwa 10%, in BW etwa bei 0,9%. Um das hohe Investitionsrisiko abzumildern, schlägt er vor ein Versicherungsmodell zu entwickeln. Als Felder für bürgerschaftliches Engagement rät Bene Müller zu Nahwärmenetzen, bei denen man die verschiedensten Energiequellen nutzen bzw. wechseln könne. Ausserdem seien Kombinationen von Geothermie, Industrieabwärme und Brennstoffzelle u.a. denkbar. Für Bürgerwindparks sollten sich Genossenschaften zusammenschließen. Zum Ausgleich der Schwankungen bei Solar- und Windanlagen seien Speicher und Biogasanlagen notwendig.

Nico Storz vom Baden-Württembergischen Genossenschaftsverband stellte die verschiedenen Gesellschaftsformen von der Genossenschaft bis zur GmbH&CoKG vor. Dabei seien auch Kombinationen denkbar, wie z.B. eine Genossenschaft als Teil einer GmbH oder als Kommanditist bei einer KG.

Jochen Fischer von den Stadtwerken Müllheim-Staufen berichtete von dem Verbund aus Gemeinde und Bürgergenossenschaft. Zusammen mit der Kraftwerke Kaiser KG baut hier die Bürgerenergie Südbaden eG ein Wasserkraftwerk, das ab Ende 2015 Strom für ca. 400 Haushalte produzieren wird (Kosten ca. 2,5 Mio€).

Dr. Heiko Rüppel von der Fa. Enerkon GmbH, die mit ca. 17 000 Mitarbeitern und bisher 22 000 gebauten Windenergieanlagen eine der großen Firmen der Branche ist, berichtete von dem in Feldheim (Brandenburg) neu errichteten 10-MW-Stromspeicher mit einem Speichervolumen von ca. 5 MWh. Damit sollen die großen Schwankungen bei der Gewinnung von Windstrom ausgeglichen werden. Ein neues Geschäftsfeld der Firma sei die Errichtung von Bürgerwindparks und ein eigener Stromvertrieb. Heiko Rüppel lud alle zur Werksbesichtigung nach Aurich ein.

 

 

 

11.6.2015

Mit freundlicher Genehmigung des Autors und Mitglieds unserer Genossenschaft Dr. Horst Klett, veröffentlichen wir sein Schreiben, das sich auf einen Artikel der BI "Windrad und Natur" im Gemeindeblatt von Plüderhausen vom 11.6.2015 bezieht:

An die Bürgerinitiative "Windrad und Natur Plüderhausen"

Sehr geehrte Damen und Herren !

Mit großem Interesse habe ich Ihre Veröffentlichung im Mitteilungsblatt der Gemeinde Plüderhausen vom 11.6.2015 gelesen, ebenso Ihre vielen vorausgegangenen Veröffentlichungen. Freundlicherweise haben Sie am Schluss der letzen Veröffentlichung angeboten, daß man weitere Informationen zum Thema von Ihnen erhalten kann.Um diese möchte ich Sie nun bitten. Mich interessieren vor allem die Ergebnisse von wissenschaftlichen Untersuchungen einschließlich sauberer und exakter Statistik zur Sicherung der wissenschaftlichen Ergebnisse. Ich bitte darum, damit ich die Beweise Ihrer Mitteilungen ersehen kann und nur solche zählen. Ich wäre Ihnen sehr dankbar dafür.

Ich kann sehr gut verstehen, daß der Aufbau von Windrädern in einer schönen Landschaft einen sehr belasten kann und daß man Trauer und Schmerz dabei empfinden kann. Gestehen Sie aber auch anderen zu, daß diese beim Anblick eines Windrades Freude darüber empfinden können, daß hier elektrischer Strom ohne jede Belastung der Umwelt aus erneuerbaren Energien gewonnen wird.

Im Gegensatz dazu steht die gigantische Vernichtung der Landschaft und Natur im Braunkohlebergbau mit der Vertreibung von vielen Menschen von ihrer Heimat. Ich glaube, diese Menschen würden gerne ein Windrad in ihrer Gegend inkauf nehmen, wenn dafür ihre Heimat und ihre Landschaft und Natur erhalten bliebe. Dazu kommen die extremen Umweltbelastungen durch die Abgase und der extreme Austoß von CO 2, die wirklich die Gesundheit vieler Menschen gefährdet und bedrohen. Dazu kommen die schweren Umweltbelastungen der Kohlekraftwerke mit den gleichen Gefahren und negativen Folgen. Zusätzlich kommt es im Ruhrgebiet zu schweren Folgen durch Einstürze von unterirdischen Minengängen, auch hier erleiden die Natur und Landschaft und vor allem die betroffenen Menschen schweren Schaden. Dazu gehören die unkalkulierbaren Risiken der Atomkraftwerke und auch der ständig anwachsende Atommüll, für dessen Entsorgung noch immer kein Konzept besteht und den unsere Nachkommen eine Million Jahre bewachen müssen, unvorstellbar.

Weiter übernehmen Sie in den Mitteilungen vom 30.April 2015 Inhalte von einer Vortragsreihe in Göppingen am22.4.15 und stehen mit Ihrer Veröffentlichung auch dahinter. Da wird von dem Vortragenden behauptet, der Eingriff in die Landschaft durch den Bau von Windkraftanlagen würde die Landschaft nachhaltiger verändern als die zwei Weltkriege, was für ein Vergleich. Ich habe nachgelesen. Die Zahl der Toten im ersten Weltkrieg betrug 17 Millionen Menschenleben. Nach Daten aus dem zehnten Band der vom Militärischen Forschungsamt im Jahr 2008 herausgegebenen Reihe "Das Deutsche Reich und der zweite Weltkrieg" ergeben die Kriegstoten eine Summe von ca. 65 Millionen Toten, darunter mehr als die Hälfte Zivilisten. In dieser Summe sind noch nicht berücksichtigt neutrale Staten und Kolonien. Andere Quellen sprechen von bis zu 80 Millionen Kriegstoten. Das entspricht etwa der Bevölkerung unserer Bundesrepublik. Weiter kam es zu entsetzlichen Zerstörungen und ungeheuren Vernichtungen von unzähligen Städten und denkmalgeschützen Kulturgütern. Zu diesen Feststellungen kommt noch das persönliche Leid, das viele Familien und auch in der eigenen Familie mit dem Verlust von nahen Familiengehörigen erleiden müssen. Wie kann man solche Vergleiche nur anstellen? Das kann ich nicht verstehen. Weiter ist mir bei den Vorträgen in Göppingen aufgefallen, daß die von Ihnen mit so großer Intensität laufend beschworenen großen Gefahren des Infraschalles laut Ihrer Veröffentlichung am 30.4.2015 dort überhaupt keine Rolle gespielt haben, sonst hätten Sie diese Sache mit Sicherheit erwähnt. Die Vortragenden halten sich sicher für ausgewiese Experten zu diesem Thema, sonst würden sie nicht herumreisen und ihre Vorträge halten. Wenn für diese Vortragenden die Gefahren des Infraschalls von Bedeutung gewesen wären, hätten sie mit Sicherheit auch davongesprochen. Haben sie aber nicht, sonst hätten Sie es doch erwähnt. Also war diesen Experten dieses Thema nicht so wichtig wie Ihnen.

Weiter schreiben Sie in Ihrer Veröffentlichung vom 11.6.2015 : " Das Ausland weiß " offenbar " mehr. Viele - meist ausländische Studien - belegen, daß Gesundheitsgefahren durch Infraschall zu erwarten sind. " Was heißt denn " offenbar " ? Heißt das, daß Sie es auch nicht genau wissen, sonst könnten Sie doch mit belastbaren Belegen aufwarten. Und wo sind denn die vielen ausländischen Studien, ich würde sie gerne lesen, und da Sie damit argumentieren, gibt es sicher auch deutsche Übersetzungen davon, sonst könnten wir sie doch meistens nicht lesen. Ich würde sie wirklich gerne lesen, fordere aber für solche Studien strengste wissenschaftliche Kriterien, und nur so könnten sie mich überzeugen. Ich persönlich halte die Energiewende für extrem wichtig, und wenn bei diesem Mammutvorhaben alle an einem Strang ziehen würden, könnten die großenAufgaben und Schwierigkeiten schneller gelöst werden als es bei dem langsamen Tempo der Energiewende zur Zeit der Fall ist. Von allen Seiten wird die Energiewende bekämpft, was ich sehr bedaure. Wollen wir unseren Nachkommen eine durch fossile Energien vergiftete Umwelt und Natur überlassen mit größten Gesundheitsgefahren, wie es zum Beispiel in China jetzt schon in riesigem Ausmaß der Fall ist, und ihnen die Lösung der Probleme überlassen, die wir jetzt schon angehen müssen ? Wollen wir solche Zustände haben ? Ich frage mich, ob es überhaupt ethisch vertretbar ist, die Erneuerbaren Energien zu bekämpfen.

Mir ist nicht ein Todesfall bekannt, der durch ein Windrad ausgelöst wurde. Falls dies geschehen wäre, hätte die Presse mit Sicherheit darüber berichtet. aber ich habe nie davon gelesen. Natürlich kann es beim Aufbau dieser Anlagen Arbeitsunfälle geben mit schwersten Folgen, aber dies geschieht in allen Bereichen des Arbeitslebens. Wie kann man nur solche Vergleiche anstellen, es ist kaum zu glauben, daß jemand so etwas machen kann. Weiter hat der gleiche Vortragende den Ausbau der fossilen Kraftwerke für erfoderlich gehalten, ohne an die fortschreitende Vergiftung der Atmosphäre und die weltweit ansteigenden Temperaturen zu denken.

Dies steht im völligen Widerspruch zum G7-Gipfel und auch zu Beschlüssen der EU, die ein Bekenntnis zum völligen Abbau der fossilen Energien und völligem Ersatz durch erneuerbare Energien abgegeben haben. Mit ihrer Veröffentlichung dieser Inhalte stehen Sie aber dahinter, ohne an die Folgen zu denken.

Im Mittelpunkt Ihrer Mittteilungen stehen immer wieder die gesundheitlichen Gefahren des Infraschalls. Mir ist in meinem Leben als Arzt, und das ist inzwischen einschließlich der Studienzeit und dem Ruhestand ein Zeitraum von über 50 Jahren, in dem ich mich weiterhin dauernd um Fortbildung bemühe und mich über die Entwicklungen und Fortschritte der Medizin informiere, noch nie ! begegnet, daß als Ursache für eine Krankheit oder eine Gesundheitsstörung der Infraschall in Betracht gezogen wurde. Wenn Infraschall eine wesentliche Bedeutung in der Medizin hätte, wäre mir das mit Sicherheit bekannt, dies habe ich niemals erlebt oder gelesen oder gehört. Ich habe über dieses Thema vorgestern abend mit meinem Sohn gesprochen, der in einer mittelgroßen Großstadt an einem großen Uniklinikum die Notaufnahmestation seit mehreren Jahren als Oberarzt leitet, zu der aus der ganzen Stadt und Umgebung Patienten kommen oder gebracht werden. Im Jahresverlauf hat diese Station einen Durchgang von 13000 bis 14000 Patienten. Dadurch hat er eine sehr große Zahl von Patienten gesehen, untersucht und behandelt. Einschließlich Studium ist er nun über 20 Jahre Mediziner. In dieser ganzen Zeit ist ihm noch nie Infraschall als Ursache für eine Krankheit oder Gesundheitsstörung begegnet, er hat auch nie darüber etwas gelesen oder gehört, auch nicht in der Forschung und Lehre. Wir Ärzte wissen doch, daß im Umgang mit Patienten möglichst die am besten gesicherten Erkenntnisse und damit die bestmögliche Evidenz angewendet werden sollen, die durch streng wissenschaftliche Untersuchungen belegt und bewiesen sind, und natürlich auch mit Erfahrung, um ein möglichst gutes Ergebnis für unsere Patienten zu erreichen. Auch sollen wir unsere Patienten nicht unnötig ängstigen mit Behauptungen, die wissenschaflich nicht bewiesen sind. Auf der anderen Seite wird in Ihren Mitteilungen Infraschall immer als Bedrohung der Gesundheit beschrieben. Ich habe noch nie wissenschaftliche Untersuchungen gesehen, und nur die zählen, in der solche Erkenntnisse dargestellt wurden. Dadurch werden die Menschen bei uns nur unnötig und völlig unberechtigt verängstigt, ohne daß auch nur irgend ein wissenschaftlicher Beweis vorliegt, der die gesundheitsgefährdende Wirkung des Infraschalls belegt. Durch diese Verängstigung werden die Menschen eher krank als durch den Infraschall.

Infraschall ist ein Teil der Natur und entsteht durch Naturphänomäne wie Wind und ander Abläufe in der Natur. Aber auch jedes Auto, jede Autobahn und jeder Zug, jede Fabrik und jede Maschine und unzählige andere Vorgänge erzeugen neben dem Ultraschall auch Infraschall, wir sind immer und überall umgeben von Infraschall. Selbst an den Küsten erzeugt die Brandung neben Schall auch Infraschall. Haben Sie jemals gehört, daß durch die Brandung und den dadurch ausgelösten Infraschall Krankheiten oder Gesundheitsstörungen ausgelöst wurden, ich habe so etwas noch nie gehört oder gelesen. Im Gegenteil schickt man erkrankte Menschen und sogar Kinder an die Nordsee, damit sie dort gesunden. Ich finde es fürsorglich,daß Sie unseren Badesee und die nächst gelegene Wohnbebauung vor Infraschall schützen wollen.Dabei ist aber folgendes zu bedenken : Schon die natürlichen Luftbewegungen erzeugen Infraschall, aber ganz besonders erzeugt die nahe gelegene vielbefahrene B 29 erheblichen Schall und damit auch Infraschall, der viel höher ist als der von den geplanten Windanlagen zu erwarten wäre. Wenn wir im Sommer unseren Badesee ohne Infraschall genießen wollen, dann müßte man eigentlich die die B 29 sperren, um die Badeseebesucher vor Infraschall zu schützen. Daran ist aber natürlich nicht zu denken. Wenn, wie Sie meinen, Infraschall von Windrädern eine krankmachende Wirkung haben soll, dann müßte auch der natürliche Infraschall krank machen, da er die gleichen Frequenzen und oft noch einen viel höheren Infraschallpegel hat. Bei Messungen des Landesumweltamtes BW (LUBW) in 700 m Abstand zur Windanlage war zu beobachten, daß sich beim Einschalten der Windanlage der Infraschallpegel nicht mehr nennenswert erhöhte. Der Infraschall wurde im Wesentlichen vom Wind erzeugt und nicht vom Betrieb der Windanlage. In Entfernungen von 650 bis 700 m lagen die Infraschallpegel sowohl bei ein- als auch ausgeschalteten Anlagen zwischen 50 und 75 dB. Die großen Schwankungsbreiten entstehen u. a. durch die vom Wind hervorgerufenen stark schwankenden Geräuschanteile. Daraus kann man schließen, daß der Wind die Infraschallgeräusche machte und nicht die Windanlagen. An den Küsten, so auch an der Nordsee, aber auch in anderen Gegenden, herrscht meist ein starker Wind und damit natürlicherweise auch automatisch ein erhöhter Infraschallpegel, der dann die Menschen, wie aus Ihren Veröffentlichungen zu schließen wäre, krank machen kann. Haben Sie jemals gehört, daß Wind Menschen krank macht ? Ich habe das auf keinen Fall noch nie gehört oder gelesen.

Wiederholt haben Sie die Gefahr von Infraschall mit der Gefahr radioaktiver Strahlung verglichen. Sie schreiben : " Weil dieser Infraschall von WKAs im tieffrequenten, vom Menschen nicht im hörbaren Bereich liegt, wird daraus von den Behörden geschlossen : Was man nicht hören kann ( den Infraschall ), kann auch die Gesundheit nicht gefährden. Radioaktive Strahlung kann der Mensch auch nicht wahrnehmen ". Damit reden Sie den Menschen ein, daß Infraschall ähnliche Gefahren hat wie die Radioaktivität und lösen damit ohne Berechtigung viele Ängste aus.

In Tschernobyl haben Tausende Menschen durch Radioaktivität ihr Leben verloren und noch mehr haben Ihre Heimat verloren.

In Fukushima können etwa 240 000 Menschen wegen der radioaktiven Strahlung auf Dauer nicht mehr in Ihre Heimat zurückkehren.

Die Menschen, die noch dort in den belasteten Gebieten leben, haben mit erheblichen Problemen durch die Radioaktivität zu kämpfen. Ihre Kinder dürfen sich deshalb dort nicht im Freien aufhalten und spielen. Dazu kommen unendlich viele Tote durch die Atombombenabwürfe, die allein durch die Folgen der radioaktiven Strahlung sterben mußten. Dagegen ist mir nicht ein Todesfall durch Infraschall bekannt, ich habe nie so etwas gehört und Sie können sicher sein, daß die Presse dies berichten würde.Auch habe ich nie eine gesicherte Information darüber erhalten, daß Infraschall eine Krankheit ausgelöst hat. Über Infraschall forscht man genau so lange über Schall, Schäden für die Gesundheit wären doch schon lange bekannt geworden. Was ist das für ein Vergleich von Radioaktivität mit Infraschall, wie kann man den verantworten und dadurch massive Ängste auslösen ?

Ich möchte Sie nochmals bitten,mir die angebotenen Informationen zukommen zu lassen, die wissenschaftlich haltbar und statistisch abgesichert sind, es könnten auch Quellenangaben sein. Ich werde Ihre Mitteilungen im Gemeindeblatt weiterhin mit großem Interesse lesen und hoffe auf wissenschaftlich gesicherte Tatsachen.

Mit freundlichen Grüßen Dr. med. Horst Klett

 

 

 

23.06.2015

Bericht der Stuttgarter Zeitung zum Thema Infraschall bei Windrädern (STZ 23.06.2015)

 

Stuttgart - Bertam Feuerbacher und Michael Haueis, die Sprecher der Anti­windkraft-Initiative „Pro Schurwald“ aus dem Kreis Esslingen, formulieren es so: „Infraschall steht im Verdacht, schwere gesundheitliche Schäden, wie Schlafstörungen, Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Tinnitus oder Depressionen auszulösen.“ Und auf den Webseiten aller Initiativen, zum Beispiel der Stuttgarter Initiative „Rettet den Tauschwald“, wird auf eine Sammlung von 30 Studien verwiesen, die die Risiken von Infraschall belegen sollen. Unter www.windwahn.de sind diese Studien einzusehen.

 

Infraschall – das ist das derzeitige Top-Argument gegen den Ausbau der Windkraft. Aber was versteht man überhaupt darunter? Es handelt sich dabei um Töne mit Frequenzen zwischen null und 20 Hertz – der Mensch vermag diese Geräusche nicht mehr zu hören, so wie er auch Frequenzen über 20 000 Hertz (Ultraschall) nicht wahrnimmt. Infraschall ist auch kein Thema ausschließlich von Windrädern, wenngleich es derzeit fast nur in diesem Zusammenhang diskutiert wird. Vielmehr entsteht Infraschall überall, wo Geräusche sind, also auch im Autoverkehr oder am Strand durch die Meeresbrandung.

 

Autoverkehr erzeugt ähnlich starken Infraschall

 

Und das ist vielleicht eine der wenigen gesicherten Erkenntnisse zu Infraschall: Die Pegel des Infraschalls von Windrädern sind nicht signifikant höher als die Pegel aus anderen Quellen – teils im Gegenteil. Dies betont auch Martin Hoffmann von der  Landesanstalt für Umwelt, Messun­gen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW), die gerade mitten in einem Messprojekt zu tieffrequenten Geräuschen und Infraschall steht und vor Kurzem einen Zwischenbericht veröffentlicht hat. Hoffmann sagt, dass der Infraschall von Windrädern in rund 150 Meter Abstand in der Stärke vergleichbar sei mit demjenigen des Straßenverkehrs, wenn man auf einem Platz im Café oder auf  seinem heimischen Balkon sitzt. Am höchsten seien die Pegel in einem schnell fahrenden Auto. Dann kann man den Infraschall teils sogar als Druck oder Vibration wahrnehmen. Ein wichtiges Ergebnis der LUBW war auch: in 700 Meter Abstand zu einem Windrad wurde der Infraschall im Wesentlichen vom Wind selbst erzeugt und nicht mehr von der Windkraftanlage.

 

Viele Behörden gehen aufgrund solcher Studien davon aus, dass vom Infraschall keine Gefahr für die Anwohner ausgeht. Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller sagte bei der Vorstellung des Zwischenberichtes der LUBW, dass Infraschall „dem Ausbau der Windkraft nicht entgegensteht“. Ähnlich formulierte es vor Kurzem auch das Bayerische Landesamt für Umwelt. Und das Umweltbundesamt (UBA) ist in einem Papier dezidiert der Ansicht, dass gesundheitliche Beeinträchtigungen nicht zu erwarten seien.

 

Doch ganz so einfach ist die Sache nicht. Denn in einer neuen Studie des UBA zu Infraschall widerspricht sich die Behörde selbst. Dort heißt es genau umgekehrt, dass „negative Auswirkungen von Infraschall (. . .) nicht ausgeschlossen sind“. Es gebe allerdings keine wissenschaftlich gesicherten Erkenntnisse, auch „wenn zahlreiche Forschungsbeiträge entsprechende Hypothesen postulieren“.

 

Genau darin liegt die Krux. Selbst die grundlegende Frage kann die Wissenschaft nämlich bis jetzt nicht beantworten: Kann Lärm, den man gar nicht hört, krank machen? Nachgewiesen ist das nicht. Es gibt aber Denkansätze, wie dies vor sich gehen könnte. So vermuten Erwin Quambusch und Martin Lauffer in einem Aufsatz, den alle Windkraftgegner gerne anführen, dass tieffrequenter Schall und Infraschall das Gehirn zur Resonanz anregen könnte, was Bewusstseinsveränderungen herbeiführen könnte. Das Robert-Koch-Institut schreibt in einer schon 2007 erschienenen Studie, dass Rezeptoren im Körper durch Infraschall Druck, Berührungen, Kitzel und Vibrationen wahrnehmen könnten. Bisher seien solche Symptome aber immer nur subjektiv von Probanden beschrieben worden.

 

Das Robert-Koch-Institut hat deshalb schon 2007 angeregt, die Forschungen zu intensivieren. Auch die Mediziner, die sich im Mai dieses Jahres zum Bundesärztetag in Frankfurt versammelt hatten, schlugen in diese Kerbe: Da eine „gesundheitliche Unbedenklichkeit derzeit nicht nachgewiesen“ sei, soll die Bundesregierung mehr Forschungsaufträge vergeben.

 

 

8. Mai 2015

Bericht von der dritten Generalversammlung der Bürger-Energie-Plüderhausen eG am 8. Mai 2015

 

In diesem Jahr war der Nebenraum der Ratsstube schon eine Stunde vor Beginn der Generalversammlung geöffnet, um den Mitgliedern der Energiegenossenschaft ein wenig Raum zum Meinungsaustausch zu geben. Der Aufsichtsratsvorsitzende Andreas Theinert eröffnete die Sitzung und übergab das Wort an den Vorstandsvorsitzenden Dr. Jörg Abthoff. Dieser kam gleich zu den Formalitäten und erläuterte den Prüfbericht des Genossenschaftsverbandes (bwgv). Eberhard Bartsch verlas die Zusammenfassung des Berichts, aus dem hervor ging, dass die Geschäfte ordentlich durchgeführt worden seien. Anschließend kam Dr. Abthoff zu den Zahlen und stellte den Jahresabschluss 2014 vor. Dann bedankte er sich bei Andreas Theinert, der aus persönlichen Gründen aus seinem Amt als Aufsichtsrat ausscheidet, für seine tatkräftige Mitarbeit seit Gründung der Genossenschaft. Er bedaure diesen Schritt sehr, da die Zusammenarbeit immer unkompliziert und informativ gewesen sei und hoffe, dass Andreas bald wieder in den Aufsichtsrat einsteigen könne.

Zum Thema Windenergie lägen, wie sich im Gemeinderat auch gezeigt habe, noch keine konkrete Zahlen von der Firma Windenergie-Baden-Württemberg oder von EnBW vor. Die Genossenschaft beschäftige sich jedoch zur Zeit mit der Möglichkeit, die Straßenbeleuchtung auf LED-Lampen umzurüsten. Man sei mit der Gemeinde im Gespräch. Wenn ein Konzept erarbeitet ist, sei an eine Informationsveranstaltung gedacht.

Den Bericht des Aufsichtsrats übernahm wieder Andreas Theinert. Er erwähnte die gemeinsamen Besprechungen und zeigte Fotos von einigen besuchten BHKWs und Heizkraftwerken. Dieter Heinle wies auf die Remsgartenschau 2019 hin und das „Team Rems“, das sich bereits gebildet habe. In diesem Zusammenhang könne sich auch die Bürgerenergiegenossenschaft beteiligen z.B. mit einer Turbine oder mit Wasserexperimenten.

Die obligatorische Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat wurde von Gemeinderat Ulrich Scheurer durchgeführt. Auch er bedankte sich bei allen für ihren Einsatz. Die Entlastung erfolgte einstimmig.

Nach drei Jahren Tätigkeit musste in diesem Jahr der Aufsichtsrat neu gewählt werden. Dafür konnten zwei weitere Kandidaten gewonnen werden. Die neue Riege besteht nun aus: Eberhard Bartsch, Volker Beck, Peter Dambacher, Renate Metzger, Dieter Stecher und Elfriede Walendy. Die Freude über dieses, im Vereinsleben nicht selbstverständliche Engagement war dem Publikum deutlich anzumerken.

Nach einer abschließenden Fragerunde konnte Andreas Theinert die Generalversammlung offiziell beenden. Auf den neuen Aufsichtsrat warten bereits einige organisatorische Aufgaben und viele Betätigungsfelder im Zukunftsmarkt der erneuerbaren Energieen.

Wenn Sie Fragen zur Bürger-Energie-Plüderhausen haben, wenden Sie sich bitte an Eberhard Bartsch 07181-89232 .

 

 

13. 12. 2014

Landesnetzwerk Ehrenamtlicher Energie-Initiativen - LEE 11. Erfahrungsaustausch Ehrenamtlicher Energie-Initiativen

Samstag, 13. Dezember 2014 im Solar-Energie-Zentrum Stuttgart

 

BEP bei der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz.

Bereits zum 11. Mal fand der Erfahrungsaustausch der Energieinitiativen am vergangenen Samstag statt. Rund 50 Vertreter der verschiedensten Genossenschaften und Vereine sprachen über ihre Initiativen und ihre Erfahrungen. Sechs Referenten sorgten für die Weiterbildung. Da das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) Ende 2017 auslaufen soll, wurde auf die aktuelle Fortschreibung, das sogenannte Grünbuch hingewiesen. Hier kann sich jeder Interessierte mit Anregungen einbringen. Über die Direktvermarktung von Ökostrom wurde ebenso gesprochen, wie über die bereits wirtschaftliche Erzeugung von Solarstom unabhängig von der Förderung durch das EEG. Einige Teilnehmer beschrieben die Schwierigkeiten, Risikokapital für neue Anlagen zu beschaffen, trotz des niedrigen Zinsniveaus.

Ein Referent berichtete vom Bioenergiedorf Pfalzgrafenweiler. Hier sind bereits 50% der Gebäude an ein Nahwärmenetz angeschlossen. Der bei der Wärmeerzeugung anfallende Strom wird weitgehend eigengenutzt. Der öffentliche Elektrofuhrpark wird auf 10 Fahrzeuge aufgestockt.

Aus Heidelberg wurde berichtet, dass in den „Bürgerwerken“ insgesamt 13 Energiegenossenschaften zusammengeschlossen sind, um so die verschiedenen Aktivitäten zu bündeln und zu optimieren.

Zustimmung fand die Aussage, dass der Schwerpunkt beim weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien bei Solar- und Windkraft liegen müsse. Der Ausbau müsse mit Nachdruck vorangetrieben werden, da wir jährlich in der BRD 400 Mrd.€ für Brennstoffimporte ausgeben. Die sinnvolle Kombination von Solarstromerzeugung und Wärmespeicherung wurde dargestellt und auf die entsprechenden Studien hingewiesen. Zum Abschluss sei noch ein Filmprojekt erwähnt, bei dem ein Nachfolger von Hermann Scheers Film „Die 4. Revolution“ entsteht. (www.fechnermedia.de).

 

Informationsfahrt des Solarvereins Rems-Murr am 17. 10. 2014

 

Der Solarverein Rems-Murr hat sich vorgenommen, nicht nur den Austausch unter den zahlreichen Photovoltaikbetreibern in Landkreis zu pflegen, sondern jährlich eine Ausfahrt zu Wind-, Wasser- und anderen Energieanlagen anzubieten. In diesem Jahr ging die von Gerhard Franke straff organisierte Fahrt über Schwieberdingen und Hemmingen nach Stuttgart-Vaihingen. Station 1) war die Heizzentrale Kaiserstein, die von Ulrich Ramsaier, dem Geschäftsführer der Naturenergie Glemstal, vorgestellt wurde. Kernstück ist ein Biomethan-Blockheizkraftwerk, das über eine Nahwärmeleitung ca. 400 Wohnungen versorgt, oder genauer gesagt, teilversorgt, da das Warmwasser direkt in bestehende Heizanlagen eingespeist wird. Dabei bringt der 16-Zylinder nicht nur 1350 kW Wärmeleistung sondern auch 1200 kW auf der Stromseite. Der Motor läuft zwei mal am Tag, wenn die Stromkurve den größten Bedarf anzeigt. Um die Wärme gleichmäßiger zu liefern, puffert ein 200 m3 Tank 70 bis 90 Grad heißes Wasser. Die Besucherinnen und Besucher stiegen gleich in die Diskussion ein. Wo denn das Biogas herkomme und ob dafür ausschließlich Mais angebaut werde, was schädlich für die Bienen und die Böden sei. Ramsaier erklärte, dass die Landwirte zu wechselnden Fruchtfolgen verpflichtet seien und der Biomasse zwar das Methan entzogen würde, in den Reststoffen (ca. 80%) sämtliche Nährstoffe verbleiben und somit wieder in den Ackerboden eingebracht werden könnten. Durch die Verwendung nachwachsender Rohstoffe würde der CO2-Ausstoß allein in diesem kleinen Versorgungsgebiet um 75-80% reduziert – und überhaupt – man müsse den Energieverbrauch generell durch eigene Ressourcen abdecken und nicht fossile Energieträger aus anderen Ländern – bei all den bekannten dort entstehenden Umweltkatastrophen – über weiteste Strecken zu uns einführen. Franke musste zur Weiterfahrt drängen. Bei Station 2) führte Ramsauer der Gruppe die Hemminger Holzheizzentrale vor. Zwei Brennkessel gibt es hier, einen für Pellets, einen für Holzhackschnitzel und ein neu angebautes Blockheizkraftwerk (BHKW). Versorgt werden über 1000 Wohnungen und etliche Gewerbebetriebe. Insgesamt können 4 MW Wärmeleistung durch die Fernwärmeleitungen transportiert werden. Eine in der Nähe liegende Biogasanlage liefert dem BHKW den Brennstoff und sichert dem Heizwerk die Wirtschaftlichkeit. Im Betrieb habe sich gezeigt, dass der Bedarf an Holzhackschnitzeln stark schwanke und z.B. im letzten Jahr ein Teil des Angebots nicht abgenommen werden konnte. Beim anschließenden Mittagessen bemühte sich Ramsauer, alle noch anstehenden Fragen zu klären und kam dabei fast nicht zum Essen. Der Nachmittag eröffnete dann einen Blick in die energetische Zukunft bei ZSW und ETOGAS. Zur Erläuterung: ZSW ist die Zentrale für Solarenergie- und Wasserstoffforschung in Stuttgart-Vaihingen, bei der die synthetische Herstellung von Methan mit Hilfe von Elektrolyse und Addition von CO2 entwickelt wurde, und ETOGAS ist die Stuttgarter Firma, die diese Technik auf dem Markt platzieren soll – Stichwort: „power to gas“. Stefan Rieke, der die ganze Produktionskette für Synthesemethan bereits im Mai diesen Jahres beim Solarverein erläutert hatte, begrüßte die Besuchergruppe und stellte den Forschungsleiter des ZSW, Dr.-Ing. Ulrich Zuberbühler vor. Zu besichtigen war zunächst ein 300 kW-Elektrolysecontainer, der im Betrieb still vor sich hin blubbert und aus Wasser zunächst einmal Wasserstoff und Sauerstoff herstellt. Im Inneren der sogenannten alten Gasfabrik stand dann der Prototyp der Syntheseanlage, die Wasserstoff und CO2 zu Methan zusammenfügt. Hört sich einfach an, ist aber doch das Resultat eines längeren Forschungszeitraums, wie Dr. Zuberbühler erklärte. Das CO2 könne der Außenluft entzogen werden oder auch dem Meerwasser, werde aber für die Pilotanlage aus der Industrie angekauft. Bei der ersten, durch die Firma ETOGAS errichteten und bei der Autofirma Audi angesiedelten 6-MW-Anlage komme der CO2-Anteil idealerweise direkt aus der Abluft einer Biogasanlage.

Das erzeugte synthetische „Erdgas“ wird die Kfz-Firma für ihre gasbetriebenen Modelle bilanzieren und damit den CO2-Ausstoß der Gesamtfahrzeugpalette deutlich reduzieren.

Noch offen sei die Verwertung des anfallenden Sauerstoffs. Die Vorteile des Energievorrats in Form von Methan seien vielfältig: Man könne natürlich damit wiederum Strom erzeugen, jedoch vor allem für Mobilität und „green chemistry“ ist das Gas geeignet und durch seine verlustfreie Lager- und Transportfähigkeit dem elektrischen Strom überlegen. Auch Dr. Zuberbühler sprach sich mit Nachdruck dafür aus, die Stromerzeugung aus regenerativen Quellen maximal auszubauen und allen Energiebereichen zugänglich zu machen. Die Power-to-Gas-Anlage durfte nicht fotografiert werden; dafür gab es bei den historischen Dingler-Verdichtern und den Kugelgasbehältern draußen lohnende Fotomotiv

 

 

 

05. 06. 2013

Pressebericht Gemeindeblatt Plüderhausen 13.06.2013

Erste Generalversammlung der Bürger-Energie-Plüderhausen e.G.

 

Die seit knapp einem Jahr eingetragene Genossenschaft hat einen engagierten Vorstand mit einem Vorsitzenden, der unermüdlich und motivierend die Ziele, die in der Satzung festgehalten sind, umzusetzen sucht. Dieses zufriedenstellende Fazit stand am Ende der rund einstündigen ersten Generalversammlung, die am Mittwoch, den 5.6.2013 in der Ratsstube in Plüderhausen abgehalten wurde.

Andreas Theinert als Vorsitzender des Aufsichtsrats, leitete die Versammlung und begrüßte namentlich die Gemeinderäte Betha Krautter, Markus Proschka und Ulrich Scheurer. Nachdem die Regularien festgestellt waren, übergab er das Wort an den Vorstandsvorsitzenden Dr. Jörg Abthoff, der in einem kurzen Steifzug die Mitgliederentwicklung, die Zahlungseingänge und als notwendiges Muss auch die Bilanz des Rumpfgeschäftsjahrs 2012 und die Gewinn- und Verlustrechnung bis Mai 2013 vorstellte.

Die Zahlen waren aufgrund der sicheren Rendite aus dem Kauf des Strom- und Gasnetzes erfreulich.

Währenddessen konnten die Versammlungsteilnehmer die zum Teil armdicken Stromkabelstücke weiterreichen, die Peter Dambacher als Anschauungsmaterial mitgebracht hatte.

 

Danach berichtete der Versammlungsleiter über die Tätigkeiten des Aufsichtsrats, die fast ausnahmslos gemeinsam mit den Vorständen erfolgten und sich von gemeinsamen Beratungen über die Vorbereitung der öffentlichen Auftritte, die Prüfung der verschiedenen Verträge der Gemeindewerke und der EnBW bis zum ersten Höhepunkt, der Unterzeichnung des Kaufvertrags erstreckten. Er betonte, dass diese Zusammenarbeit sehr kommunikativ gewesen sei und durchaus Spaß gemacht habe.

 

Als weitere Information an die Mitglieder stellte Andreas Bosch die von ihm eingerichtete Webseite der Genossenschaft vor, die alle Personalien und die jeweiligen Termine sowie die Presseberichte enthält. Auf die Kritik hin, dass die Webadresse nicht allgemein bekannt sei, soll sie am Ende dieses Berichts noch mal nachzulesen sein. Eberhard Bartsch erläuterte die Pressearbeit, die sich vor allem in den Mitteilungen der Gemeinde und gleichlautend auch auf der Webseite der Gemeinde Plüderhausen findet. Nach Bedarf werden auch die Schorndorfer Nachrichten und die Stuttgarter Zeitung mit Pressemitteilungen versorgt. Zwischendurch machte Elfriede Walendy Fotos von den Vortragenden und den Zuhörern, um die erste Generalversammlung angemessen zu dokumentieren.

Die anschließende Entlastung der Vorstände und Aufsichtsratsmitglieder wurde von Gemeinderat Ulrich Scheurer durchgeführt, der die Gelegenheit nutzte, den acht Gründungsmitgliedern für die umfangreiche ehrenamtliche Arbeit für die Genossenschaft zu danken. Die Entlastung erfolgte dann auch einstimmig.

 

Eine Formalie musste von der Versammlung noch beschlossen werden, nämlich die Kredithöchstgrenze nach § 49 des Genossenschaftsgesetzes.

Mit den anwesenden und den durch Vollmachten vertretenen 47 Mitgliedern ( das sind 70 % der gesamten Mitgliederzahl) erfolgte einmütig die Festlegung auf 50% des Eigenkapitals.

 

Die Fragen zur Windenergie lagen sozusagen schon in der Luft und so referierte Dr. Jörg Abthoff entsprechend Punkt 8 der Tagesordnung. Das starke Interesse der Genossenschaft sei ja bereits in der Satzung verankert und so habe man im Vorfeld der Flächenausschreibung im Welzheimer Wald bereits eine Kooperationsvereinbarung mit der Firma wpd abgeschlossen. Dieser Anlagenbauer, der schon Windräder in ganz Deutschland errichtet hat, habe jedoch den Zuschlag von der Landesforstverwaltung nicht bekommen. Zum Zuge kam die Firma WEBW, eine Neugründung in Stuttgart, die auch auf unserem favorisierten Standort Hohbergkopf eine Windenergieanlage (WEA) errichten wolle. Es gebe bereits eine allgemeine Zusage, eine WEA bei Nachfrage an Bürgerenergiegenossenschaften zu verkaufen. Eine konkrete Absprache über die WEA auf dem Hohbergkopf auf Plüderhäuser Gemarkung gibt es bisher leider nicht. Zuvor müsse die Windmessung, die bis Mitte 2014 dauern wird, und entsprechende Wirtschaftlichkeitsberechnungen erst zeigen, ob man die erheblichen Pachtzahlungen überhaupt erwirtschaften könne.

 

Anschließend gab es eine Menge Fragen, nicht nur zum Engagement bei der Windkraft, sondern z.B. zur Kapitalertragssteuer, zur Staffelung der Ausschüttung,

zur Beteiligung von Bürgern oder Genossenschaften, die nicht aus Plüderhausen kommen oder zu möglichen weiteren Projekten. Nach bestem Wissen gaben die Vorstände bereitwillig Auskunft. Das Bedürfnis, sich besser kennen zu lernen, kam in dem Vorschlag zum Ausdruck, doch mal einen gemeinsamen Ausflug zu machen.

 

Andreas Theinert gab in seinem abschließenden Dankeschön noch den Hinweis auf eine Bürgerinfo-Veranstaltung zum Thema Windenergieanlagen im Welzheimer Wald am 25. Juni 2013 in Plüderhausen.

 

 

 

12. 03.2013

Der Kaufvertrag ist unterschrieben

Nach vorbereitenden Gesprächen bei EnBW wurde der Kaufvertrag fur unseren Anteil am Plüderhauser Strom- und Gasnetz von Notar Rudolf Bezler in Stuttgart ausgearbeitet.

Am Vormittag des 12.03.2013 war es dann soweit: Die Vorstandsmitglieder Dr. Jörg Abthoff und Bernhard Mang unterzeichneten den Kaufvertrag für die BEP. Damit trat die Bürger-Energie-Plüderhausen eG als Gesellschafterin den Plüderhäuser Gemeindewerken GmbH bei und entsendet ein Mitglied in das Aufsichtsratsgremium der Gemeindwerke.

Beim Notartermin waren selbstverständlich alle acht Gründungsmitglieder und außerdem Bürgermeister Andreas Schaffer anwesend.

 

 

24. 01. 2013

Pressebericht bürger-energie-plüderhausen eg

 

Glückwunsch für die Remstal-Energiegenossenschaft

 

Im letzten Gemeindeblatt hat die BürgerInnen-Energie-Genossenschaft Remstal zu ihrer Gründungsversammlung eingeladen. Herzlichen Glückwunsch zu diesem Schritt. Die Ziele der „Remstäler“ sind weitgehend vergleichbar mit denen unserer Bürger-Energie-Plüderhausen eG und wir werden daher im engen Kontakt bleiben, uns nach Kräften gegenseitig unterstützen und auch das eine oder andere Vorhaben gemeinsam stemmen. Der einzige Unterschied zur BEG-Remstal ist, dass wir uns zunächst am Kauf des Strom und Gasnetzes beteiligen und so gleich mit einem konkreten und lohnenswerten Projekt starten. Wir wünschen der BEG-Remstal gutes Gelingen und viele umsetzbare Ideen.

 

Bürger-Energie-Plüderhausen eG kurz vor dem Kaufvertrag

 

Nach unserer Genossenschaftsgründung am 04.07.2012 und der Vorstellung unserer BEP im Rathaus im November 2012 werden wir innerhalb der nächsten zwei Wochen den Kaufvertrag von EnBW bekommen, so dass wir nahezu zeitgleich mit der Gemeinde Plüderhausen unseren Anteil am Strom- und Gasnetz erwerben können. Deshalb werden unsere Genossenschaftler in den nächsten Tagen ein Schreiben bekommen, mit der Bitte, die zugesagten Beträge zu überweisen. Wenn nicht unerwartende Hindernisse auftreten, können wir am Ende des ersten Quartals diesen Jahres bereits Eigentümer eines erheblichen Teils der Plüderhäuser Netze sein und damit auch Mitglied der örtlichen Gemeindewerke sein. (Siehe Gemeindeblatt vom 13.12.2012).

 

Windradstandorte im Welzheimer Wald

 

Der Landesbetrieb ForstBW hat Anfang des Jahres die für Windräder geeigneten Standorte auf den Gemarkungen Urbach, Plüderhausen und Welzheim zur Verpachtung ausgeschrieben. Das ist auch für die Bürger-Energie-Plüderhausen eG das Signal, sich jetzt um das Thema Windenergie zu kümmern. Wir werden dazu mit den Nachbargemeinden und auch mit potenziellen Windradbauern in Kontakt treten. Darüber werden wir Sie gerne in nächster Zeit informieren.

 

 

 

 

 

 

 

29. 11. 2012

Pressebericht bürger-energie-plüderhausen eg

Erstes Etappenziel der Energiegenossenschaft bereits erreicht

 

Schon wenige Tage nach der gut besuchten Vorstellung unserer Genossenschaft am 12.11.2012 war das hochgesteckte Ziel, für unsere Beteiligung am Strom- und Gasnetz ca. 380 000.-€ einzuwerben, überschritten. Deshalb möchten wir uns heute bei Ihnen für ihr großes Interesse herzlich bedanken und auch für das Vertrauen bei denen, die sich bisher bei uns engagiert haben.

Wir können nun zunächst keine weiteren Genossenschaftsmitglieder mehr aufnehmen. Aber keine Sorge, wir haben bereits eine Warteliste eingerichtet. Wir erwarten nämlich bald den Vertragsabschluss mit EnBW und werden dann die zugesagten Beträge abrufen.

Danach möchten wir uns weiteren „Energieprojekten“ zuwenden, die für Plüderhausen interessant sein könnten, so dass wir dann auch wieder neue Mitglieder aufnehmen können.

Es werden sich also zu einem späteren Zeitpunkt noch weitere Möglichkeiten bieten, zum Beispiel bei Windkraftanlagen oder Energiespeichern zu investieren. Wir freuen uns über alle, die weiterhin bei der Bürger-Energie-Plüderhausen eG mitwirken wollen und sich möglichst jetzt schon in die Warteliste eintragen lassen, um gemeinsam an der Energiezukunft mit zu gestalten.

 

 

 

 

Aufregung um Windkraft-Nachrichten aus Dänemark

 

Martin Hoffmann von der LUBW hat selbst Kontakt zu Betroffenen. Auch der mysteriöse Brummton, unter dem manche Menschen in Baden-Württemberg leiden und der seit 15 Jahren ein Thema ist, gehört in diese Kategorie des tieffrequenten Schalls und Infraschalls: „Wir nehmen diese Phänomen ernst und erklären die Leute deshalb nicht für Spinner. Die Frage ist, woher diese Brummtöne kommen.“

 

Groß ist die Aufregung bei Windkraftgegnern, seit beunruhigende Nachrichten aus Dänemark nach Deutschland schwappen. Ein Gärtner habe dort Insolvenz anmelden müssen, weil mehrere Mitarbeiter und auch er selbst krank geworden seien, nachdem ein Windrad in der Nähe in Betrieb gegangen sei, heißt es in einem Artikel der Welt. Und in einer Aufzucht für Nerze hätten sich die Tiere gegenseitig totgebissen, die Zahl der Missbildungen bei Jungtieren sei enorm gestiegen. Faktisch, verbreiten viele Windkraftgegner, gebe es deshalb in Dänemark ein Moratorium für neue Windräder, bis eine nationale Studie abgeschlossen sei. Für viele ist das der Beweis, das Infraschall krank macht.

 

Das baden-württembergische Umweltministerium hat deshalb bei der dänischen Botschaft in Berlin nachgefragt. In der Antwort versucht die dänische Energieagentur, die als Unterbehörde des dänischen Umweltministeriums reagiert hat, zu beschwichtigen. Es gebe zwar eine deutliche Abnahme der installierten Leistung zwischen 2013 (355 Megawatt neu installierte Leistung) und 2014 (106 Megawatt), aber dies liege an den jüngsten Kommunalwahlen und an neuen Abrechnungspreisen in Dänemark und nicht an der Furcht vor Infraschall. Die Energieagentur räumt aber ein, dass manche Kommunen das Ergebnis der Studie abwarten würden – diese soll frühestens Ende 2016 vorliegen.

 

Berichte über negative Auswirkungen auf Pelztiere lägen nicht vor.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Elfriede Walendy begrüßt die Gäste 09.05.2017

 

Besichtigung im BHKW
Generalversammlung am 5.6.2013

Energiegenossen in den Startlöchern

Von ZVW, aktualisiert am 16.11.2012 um 18:50

 

Plüderhäuser nun so weit, Geld für Anteile einzusammeln

 

Plüderhausen: Mit einer Power-Point-Präsentation und einer Frage- und Antwortrunde informierte die Bürger-Energiegenossenschaft nun über die Ziele der Neugründung im Plüderhäuser Rathaus. Sie kann bis zu 23,9 Prozent an der Energiegesellschaft mbH erwerben.

Partner wären im Pachtmodell die Gemeinde, die mehr als die Hälfte der Anteile halten würde, und die EnBW, die an die Partner jährlich 7,5 Prozent Pacht zahlen soll für die Netzüberlassung.

Bürgermeister Andreas Schaffer betonte im vollen Ratssaal - als Sympathisant - auch seine Erwartungen an die Bürger-Energiegenossenschaft: „Ich erhoffe mir durch die Zusammenarbeit Rückenwind in Energiefragen.“

Genossenschaftsvorsitzender Dr. Jörg Abthoff zählte die Motive auf, die zur Gründung der Bürger-Energie Plüderhausen eG (BEP) geführt hatten. Die Rechtsform der Genossenschaft sei durch die jährliche Prüfung eine sehr sichere. Zunächst wolle man mit der Gemeinde einen Großteil des Strom- und Gasnetzes erwerben.

Dann stellte er die acht Gründungsmitglieder vor, die sich die Aufgaben des Vorstands und des Aufsichtsrats teilen.

 

Gemeinderat und Aufsichtsratsvorsitzender Andreas Theinert übernahm die Aufgabe, die vertraglichen Regelungen aufzuschlüsseln, die das Verhältnis von Gemeinde, Gemeindewerken, EnBW als Netzbetreiber und der Bürgergenossenschaft regeln. Er setze auf den fortgeführten Konzessionsvertrag, die Pacht und Werterhaltungsklausel in den Verträgen.

 

Danach illustrierte Peter Dambacher den Umfang des Stromnetzes, das sich meist in der Erde oder hinter Sicherheitstüren verbirgt. Zum „Begreifen“ brachte er dicke Kabelstücke mit.

 

Architekt Volker Beck erläuterte die finanzielle Komponente und beschrieb, wie viel Kapital die Genossenschaft aufbringen muss, in welcher Form die Einlagen zu leisten sind und welche Verzinsung zu erwarten ist.

 

Einen Ausblick auf mögliche zukünftige Betätigungsfelder der Genossenschaft gab Andreas Bosch.

Neben einem Windrad, für das Flächen auf dem Hohberg schon diskutiert werden, sei es wichtig und auch spannend, sich mit alternativer Energie-erzeugung und Speichermöglichkeiten zu beschäftigen.

 

Nach 35 Minuten mit einer Fülle von Informationen eröffnete Bürgermeister Andreas Schaffer die Fragerunde und übernahm den Part des Moderators.

Es ging gleich ins Detail, wie viele Windräder für Plüderhausen denn notwendig seien und ob der Hohberg durch die schwierige Erschließung nicht ungeeignet sei. Eine Plüderhäuser Anlage könne am besten im Zusammenhang eines Windparks errichtet werden, meinte der Rathauschef. Erträge und Verträglichkeit seien im Lauf weiterer

Planungen zu prüfen.

Die meisten Fragen gab es zur Beteiligung in der Genossenschaft. Ist es sicher angelegtes Geld, wie lang ist die Laufzeit, wer entscheidet über Investitionen, gibt es eine Nachschusspflicht? Auch organisatorische Details wurden nachgefragt: Wer sorgt für die Wartung der Netzanlagen, was ist bei technischen Neuerungen, wie ist die Vertragslaufzeit beziehungsweise wie sind die weiteren Schritte bei der Netzübernahme?

Die vielen Fragen konnten die Genossen, Bürgermeister Schaffer und Kämmerin Regina Rösch spontan beantworten. Vieles wird sich aber erst bei den nächsten Gesprächen mit der EnBW zeigen.

 

Viel Lob gab es für die Genossenschaft, die fleißigen Vorarbeiten und auch anschauliche Präsentation. Die aufgelegten Infoblätter waren rasch vergriffen und einige Kurzentschlossene füllten gleich Beitrittsanträge aus.

 

Einladung zur Informationsveranstaltung der Bürgerenergie Plüderhausen eG

am 12.11.2012 um 19:00 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses.

 

Die neu gegründete Genossenschaft „Bürgerenergie-Plüderhausen eG“ möchte alle interessierten Bürger herzlich zu einer Informationsveranstaltung ins Rathaus einladen.

Hier bietet sich die Gelegenheit, sich darüber zu informieren, wie man bei der Genossenschaft Mitglied werden kann und welche finanziellen Einlagen möglich sind.

Auch sollen der Anlass der Gründung der Genossenschaft, deren Ziele und weiteren Pläne vorgestellt werden.

Die Genossenschaft wird sich an den neuen „Gemeindewerken“ beteiligen, deren Gründung der Gemeinderat beschlossen hat, um die Energieversorgung neu zu regeln.

Die finanziellen Eckdaten und die rechtlichen Zusammenhänge mit den neuen Gemeindewerken sollen bei der Informationsveranstaltung erläutert werden. Zudem soll der Umfang des Strom- und Gasnetzes aufgezeigt und die Möglichkeiten von Windenergieanlagen erkundet werden. Auch BM Schaffer wird an der Informationsveranstaltung teilnehmen und im Anschluß an die Voträge die Diskussion leiten. Für Fragen und hoffentlich auch Antworten stehen Ihnen die Gründungsmitglieder der „Bürgerenergie-Plüderhausen eG“ zur Verfügung. Wir würden uns sehr über Ihr Interesse und Ihre Anregungen freuen.

 

(Bericht von der Bürgerversammlung in der Staufenhalle am 25.10. 2012)

 

Die neue Bürgerenergie-Plüderhausen-Genossenschaft stellte sich bei der Bürgerversammlung vor

Am letzten Donnerstag gab es in Plüderhausen eine Bürgerversammlung in neuer Form. An vier „Themeninseln“ konnten sich die Besucher Pläne, Fotos und Filme ansehen und Fragen stellen. Unter der staubtrockenen Überschrift „Gründung Gemeindewerk – Einstieg in Energieversorgung“ - mit einer anschaulichen Einführung durch BM Andreas Schaffer - hatten wir die Gelegenheit, unsere Bürgerenergie-Genossenschaft vorzustellen und stießen auf großes Interesse bei den Anwesenden.

Dr. Jörg Abthoff berichtete über die Gründung der Genossenschaft am 4. Juli d.J. und stellte die Gründungsmitglieder vor. Eine Dame und sieben Herren sind nach seiner Auffassung die ideale Zusammensetzung für ein Genossenschaftsteam, was die bisherige konstruktive Zusammenarbeit ja eindeutig beweise.

Das erste Ziel der Genossenschaft ist, den größtmöglichen Anteil von 23,9% des Strom- und Gasnetzes von der EnBW zu erwerben. Damit könne auch ein größerer Teil der Wertschöpfung aus dem Energiebereich in der Gemeinde bleiben, wie BM Andreas Schaffer betonte. Er sah auch die Chance, dass sich die neue Bürgergenossenschaft zu einem Kompetenzzentrum in Energiefragen entwickeln könne. Ein zukünftiges Betätigungsfeld sei z.B. die Windenergie, so Dr. Jörg Abthoff. Um die Bürger Plüderhausens ausführlich über die Genossenschaft zu unterrichten, wird, wie oben angekündigt, eine gesonderte Veranstaltung stattfinden.

 

 

Gründungsversammlung der Bürgerenergiegenossenschaft Plüderhausen am 04. Juli 2012

 

Am Mittwoch, 04.07.2012 wurde in Plüderhausen die Bürgerenergiegenossenschaft Plüderhausen gegründet. In diesem langen Namen steckt alles drin: Es ist eine Genossenschaft, die von Bürgern in Plüderhausen gegründet wurde, um im Energiebereich tätig zu sein. Seit in Baden-Württemberg die Konzessionsverträge mit den Stromkonzernen auslaufen, haben die Gemeinden die Möglichkeit, die Strom- und Gasnetze zu kaufen. Wie Bürgermeister Andreas Schaffer bereits in den Gemeindemitteilungen vom 31. Mai d.J. bekannt gab, will die Gemeinde das tun und mit einer 51%-igen Beteiligung in den Erwerb einsteigen. Den Betrieb der Netze soll weiterhin die EnBW mit ihrem know-how gewährleisten. Bürgermeister Schaffer und der Gemeinderat sind sich einig, die Bürgerschaft in den Netzkauf mit einzubinden. Dafür steht nun die neu gegründete Genossenschaft in den Startlöchern. In den letzten Monaten wurde ausgiebig darüber diskutiert, welche Rechtsform für eine Bürgergruppierung am besten geeignet sei. Man kam überein, dass sich mit einer Bürgergenossenschaft die Beteiligung am Netz und die Förderung erneuerbarer Energiegewinnung am besten verfolgen lassen. Dr. Roth vom Landesgenossen-schaftsverband kam zur Unterstützung nach Plüderhausen. Eine Satzung und ein Geschäftsplan wurden entwickelt.

Die Gründungsversammlung fand nun am 4. Juli 2012 statt, mit den erforderlichen Wahlen für die Genossenschaftsgremien und einem ebenfalls erforderlichen Glas Sekt. Dr.-Ing. Jörg Abthoff, der den Vorstandsvorsitz übernommen hat, sagte: „Ich bin optimistisch, dass wir bald mit der Gemeinde und der EnBW, die bereits etwa 50 Energiegenossenschaften betreut, zu vertraglichen Regelungen kommen, und dass sich in Plüderhausen viele Mitbürger finden lassen, die gerne „Energiegenossen“ werden wollen.

Andreas Theinert wird den Aufsichtsrat leiten und sich als Gemeinderatsmitglied dafür einsetzen, dass eine enge Zusammenarbeit zwischen der Genossenschaft und der Gemeinde stattfindet.

In den kommenden Wochen will die junge Genossenschaft für den Mitgliederbeitritt werben. Wer sich jetzt schon dafür interessiert, kann sich beim Vorsitzenden Dr.-Ing. Jörg Abthoff melden (Tel.: 07181- 82548, Mail-Adresse: joerg@abthoff.de).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

v.li.: Volker Beck, Bernhard Mang, Eberhard Bartsch, Elfriede Walendy, Andreas Theinert, Andreas Bosch, Peter Dambacher, Jörg Abthoff

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gemeindeblatt Plüderhausen vom 15.05.2014

Bürgerenergiegenossenschaft Plüderhausen eG

Solarverein Rems-Murr: Veranstaltung am 9.5.2014 in Heutensbach

 

Am 9. Mai 2014 tagte der Solarverein Rems-Murr diesmal mit Stephan Rieke, Mitbegründer der Fa. Etogas in Stuttgart. „Wie macht man aus überschüssigem Strom lagerfähiges Methangas?“ Kurz gesagt wird mit Strom Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt, der Wasserstoff (H) wird mit Kohlenstoff (C) zu Methan (CH4) verbunden und damit speicherfähig und vielseitig einsetzbar. Die Einzelverfahren sind nichts Neues, so Stephan Rieke, sollen jedoch nun mit moderner Technik wirtschaftlich werden. Nach einer Alpha-Anlage 2009 mit ca. 25 kW Leistung und einer Testanlage mit 250 kW 2012 wird zur Zeit von der Fa. Audi eine Großanlage mit 6 MW gebaut. Dabei sollen alle Komponenten effektiv eingesetzt werden. Der Strom komme supergünstig aus Regelungsüberschuss, der Kohlenstoff komme aus einer großen Biogasanlage, deren Wärmebedarf wiederum aus dem Wärmeüberschuss der Methanisierung resultiere. Das erzeugte synthetische „Erdgas“ wird die Kfz-Firma für ihre gasbetriebenen Modelle bilanzieren und damit den CO2-Ausstoß der Gesamtfahrzeugpalette deutlich reduzieren. Soweit zu Audi.

Stephan Rieke zählte die grundsätzlichen Vorteile der Methanerzeugung (power-to-gas) auf: Man verwendet nur den gerade anfallenden Überschußstrom z.B. Windstrom, das in großen Mengen anfallende schädliche CO2 kann so gebunden werden, das Methan ist als Energieträger unbegrenzt lagerfähig – es kann direkt in Gasmotoren verwendet werden z.B. in Fahrzeugen oder Blockheizkraftwerken und die Infrastruktur wie Gasleitungen und Gasspeicher ist bereits vorhanden. Das deutsche Gasnetz transportiere schon jetzt die doppelte Energiemenge wie das Stromnetz. Mit dem Ausbau der Großspeicher könne man die umstrittenen Hochspannungsleitungen reduzieren. Die Pilotanlage der power-to-gaz Technologie kann man übrigens in der Uni Stuttgart beim Zentrum für Sonnenenergie- und –Wasserstoffforschung besichtigen. Ein Termin werde noch angeboten.

Als zweite Referentin sprach Hanne Barth über die „wahren“ Stromkosten. Darüber soll im nächsten Gemeindeblatt berichtet werden.

 

 

BEP beim Solarverein Rems-Murr (Teil 2) Gemeindeblatt Plüderhausen vom 22.05.2014

Am 9. Mai 2014 tagte der Solarverein Rems-Murr wieder in Heutensbach. Als Rednerin nach Stephan Rieke (siehe letztes Gemeindeblatt), sprach die zweite Vorsitzende des Vereins Hanne Barth darüber, was Strom wirklich kostet. Sie griff dazu auf eine Untersuchung des Fraunhofer-Instituts und eine aktuelle Greenpeace-Studie zurück. Beide Veröffentlichungen unterscheiden zwischen den Stromkosten, die über den Strompreis beim Kunden abgerechnet werden und dem, was indirekt in Form von Finanzhilfen, Steuervergünstigungen oder sonstigen Regelungen mit Subventionswirkung vom Steuerzahler berappt werden muss. Über die EEG-Umlage, die die erneuerbaren Energien fördern soll, reden alle, so Hanne Barth.

Insgesamt lasten jedoch auf dem heutigen Strompreis von ca. 30 Cent/KWh weitere 10,2 Cent an Zusatzkosten in Form einer „Konventionelle-Energien-Umlage“ – und das wissen die Wenigsten.

Die Autoren der genannten Studien stellen die verschiedenen Summen dar, die die Förderung der Stromerzeugung mit Steinkohle, Braunkohle, Erdgas und Uran jeweils verschlungen haben - einerseits um überhaupt marktfähige Preise zu erzielen oder andererseits eine Technologie überhaupt erst einzuführen. Um vergleichen zu können, wurden die Fördersummen auf die erzeugten Kilowattstunden umgerechnet. Schwierig wird es, wenn man die kostenlose Zuteilung von Emissionszertifikaten oder gar gesellschaftliche Risiken wie Umweltzerstörung oder schwere Kraftwerksunfälle mit hinein rechnen will.

Diese beiden Kostenblöcke: staatliche Förderungen einerseits und externe Kosten andererseits

müssen aber in letzter Konsequenz doch bezahlt werden; in Form von Steuerzahlungen oder als gesellschaftliche Folgekostendes Klimawandels und der Belastungen von Menschen und Umwelt. Im Ergebnis trägt die Gesellschaft im Jahr 2012 bei einer Kilowattstunde Windstrom umgerechnet Kosten von 8,1 Cent und bei Wasserstrom 7,6 Cent. Die Gesamt-Zusatzkosten für Strom aus Braun- und Steinkohlekraftwerken summieren sich hingegen auf 15,6 bzw. 14,8 Cent und für Atomenergie sogar auf mindestens16,4 Cent je Kilowattstunde. Die Kosten für Erdgasstrom liegen bei 9,0 Cent.

Anders als häufig angenommen sind die erneuerbaren Energien also nicht die „Preistreiber“ der Stromversorgung, sondern sie ersetzen Energieträger mit viel höheren Folgekosten für Steuerzahler und Gesellschaft.

Wenn Sie die Studie nachlesen wollen: www.greenpeace-energy.de

 

 

Informationsfahrt „Nachhaltige Gemeinde“ (02.12.2013)

 

*Am vergangenen Montag fuhr ein Bus in aller Frühe vom Plüderhäuser Rathaus über die leicht verschneite Alb nach Süden. Eine Delegation aus Gemeinderäten, Mitgliedern der Gemeindeverwaltung samt Bürgermeister Andreas Schaffer und Vertretern der Bürgerenergiegenosssenschaft Plüderhausen (BEP) war auf dem Weg, sich in der „Nachhaltigen Stadt Leutkirch“ über die dort ausgebauten Kraftwerke und Nahwärmenetze kundig zu machen. Da sich die BEP seit einiger Zeit mit Nahwärme beschäftigt und damit auch beim Gemeinderat auf offene Ohren stieß, organisierte die Verwaltung diese Informationsfahrt. Einige Kilometer vor dem Ziel, bog der Bus von der Autobahn nach Illertissen ab und lud die Gruppe vor einem kleinen freistehenden Heizwerk aus, das eine Siedlung von ca. 40 Wohnhäusern mit Wärme versorgt. Da die Gemeinde hier die Grundstücke an die Bauherrn verkaufte, konnte gleich in den Kaufverträgen die Wärmeversorgung vereinbart werden. Helmut Kaumeier von der Erdgas Schwaben GmbH konnte alle Fragen zur technischen Auslegung, zum Betrieb und zu den Kosten der gelieferten Wärme beantworten. Dann rangierte der Bus wieder aus der engen Anliegerstraße hinaus auf die Autobahn und steuerte die 22000-Einwohner-Gemeinde Leutkirch an und - mitten in der Stadt - den Treffpunkt „Bürgerbahnhof“. Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle erwartete die Plüderhäuser schon im Obergeschoß des markanten Gebäudes, das von einer Bürgergenossenschaft vom Bahnhof zum Bürgerhaus veredelt wurde. Mit unverkennbarem Stolz berichtete der OB, dass die Gemeinde Leutkirch mit ihren Nachhaltigkeitsambitionen an der europäischen Championsleague für Energiestädte teilgenommen habe. Unter anderem erwähnte er den gemeindeeigenen Solarpark, bei dem die dortige Bürgerenergiegenossenschaft mit 1,4 Mio € beteiligt ist. Die Entwicklungen im Energiesektor im Allgemeinen und in der Region Leutkirch beleuchtete Hartmut Reck von EnBW. Er betonte die Bedeutung eines kommunalen Klimaschutzkonzepts, das nicht nur beim Energiesparen helfen kann, sondern auch Voraussetzung für Fördermittel sei und die Einstellung eines Klimamanagers (schwieriges Wort) bei der Gemeinde ermögliche. In Leutkirch gebe es auch eine kleine Klima-Handwerker-Messe, bei der sich die heimischen Betriebe präsentieren

können. Es sollen Investitionen und Erträge in der Gemeinde bleiben. Da die Gastronomie gleich im Erdgeschoss des alten/neuen Bahnhofs vorhanden war, konnte die Delegation unverzüglich zur Stärkung nach diesem dichten Vormittagsprogramm schreiten. Danach übernahm Michael Krumbek die weitere Führung der Gruppe. Er ist Aufsichtsratsvorsitzender der Energiegenossenschaft und gleichzeitig Energiebeauftragter der Gemeinde. Nachdem er das „Nahwärmekonzept Isnyer Straße“ vorgestellt hatte, bei dem eine Wohnsiedlung in Verbindung mit zwei Schulzentren und einer kirchlichen Einrichtung durch ein Holzhackschnitzelheizwerk versorgt werden, radelte er dem Bus voraus, um den energiehungrigen Plüderhäusern einen Blick in den Heizkessel zu ermöglichen. Die Anlage (890 kw) verbrennt jährlich rund 6500 m3 Holzhackschnitzel und erspart damit etwa 520 000 l Heizöl. Ein ganz anderes Kraftpaket war in der benachbarten Schule zu besichtigen. Hier arbeitet ein Blockheizkraftwerk, das seit 2003 jährlich ca. 130 000 Kilowattstunden Strom erzeugt, die vollständig im Schulbetrieb verbraucht werden. Damit endete der facettenreiche Blick auf die „Nachhaltige Gemeinde“ (eine der sonnenreichsten Gegenden Deutschlands) und die Delegation trat mit einer Fülle von Informationen und Anregungen den Heimweg an.

Wir von der BEP bedanken uns ausdrücklich bei Bürgermeister Andreas Schaffer und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung für die Initiative und Vorbereitung dieser Informationsfahrt.

 

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an info@buerger-energie-pluederhausen.de oder Eberhard Bartsch unter 89232.

 

Pressebericht Bürger-Energie-Plüderhausen eG BEP-presse-2013-03-21.doc

 

Kaufvertrag für das Strom- und Gasnetz unterschrieben

 

 

Auf dieses Ziel hat die Bürger-Energie-Plüderhausen eG seit ihrem Bestehen unverdrossen hingearbeitet. Die Idee, sich neben der Gemeinde Plüderhausen am Strom- und Gasnetz zu beteiligen, führte die acht Personen zusammen, die vor 8 ½ Monaten die Genossenschaft gründeten. Seitdem verging kaum eine Woche ohne Recherchen, Beratungen, Diskussionen, Mitgliederwerbung und vieles Andere mehr. Die Informationsveranstaltung im Rathaus am 12.11.2012 stieß auf großes Interesse und führte dazu, dass es rasch zahlreiche Aufnahmeanträge gab. Die zugesagten Geldbeträge erreichten bald die benötigte Gesamtsumme, so dass wir keine weiteren Mitglieder mehr aufnehmen konnten. Als am 31. Januar dieses Jahres die Gemeindewerke Plüderhausen GmbH zur Verwaltung des Netzbetriebs aus der Taufe gehoben wurde, war es klar, dass die entsprechenden Verträge auch von der Genossenschaft gesichtet werden mussten. Wir wollten schließlich wissen, auf was wir uns einlassen.

Nach vorbereitenden Gesprächen bei EnBW wurde der Kaufvertrag für unseren Netzanteil von Notar Rudolf Bezler in Stuttgart ausgearbeitet. Der Vertrag nennt die zu übernehmenden Geschäftsanteile, natürlich den Kaufpreis sowie den Übergabestichtag.

Am Vormittag des 12.03.2013 war es dann soweit. Die Vorstandsmitglieder Jörg Abthoff und Bernhard Mang unterzeichneten in den Räumen der Kanzlei Menold Bezler in Stuttgart den Kaufvertrag. Damit trat die Bürger-Energie-Plüderhausen eG als Gesellschafterin den Plüderhäuser Gemeindewerken GmbH bei und entsendet zukünftig ein Mitglied in das Aufsichtsratsgremium der Gemeindewerke. Selbstverständlich waren beim Notartermin alle acht Genossenschaftsgründer anwesend. Ebenfalls anwesend war Bürgermeister Andreas Schaffer, da gleichzeitig der Konsortialvertrag geändert werden musste, der die Zusammenarbeit der nunmehr drei Vertragspartner regelt.

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Wie der Vertreter der EnBW, Daniel Liebig anmerkte, ist es wohl das erste Mal, dass eine Bürgergenossenschaft Netzanteile der EnBW erwirbt. Wir hatten das unabweisbare Gefühl, dass wir darauf anstoßen sollten. Deshalb wechselten wir in ein nahegelegnes Lokal und erhoben die Gläser auf diesen erfreulichen Vertragsabschluss.

Jörg Abthoff bedankte sich bei Andreas Schaffer dafür, dass er frühzeitig die Bürgerschaft in die Überlegungen einbezogen hatte, wie die Netzübernahme wohl aussehen könnte und für die gute Zusammenarbeit, die natürlich auch in Zukunft gepflegt werden solle.

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Bei dieser Gelegenheit bedanken wir uns bei unseren mittlerweile rund 70 Genossenschaftsmitgliedern für ihre finanziellen Zusagen und die zuverlässige Überweisung der entsprechenden Beträge, denn mit der Unterschrift unter den Kaufvertrag ist auch „Zahltag“ für die Bürger-Energie-Plüderhausen eG.

Wir erreichen mit diesem Engagement, dass ein Teil des wirtschaftlichen Ertrags in Plüderhausen bleibt, sich vielleicht aber auch ein anderer Blick auf die – meist unterirdischen – Netze ergibt.

 

 

Pressebericht Gemeindeblatt Plüderhausen 07.03.2013

 

„Verbesserte Technik, steigende Nachfrage von Investoren und ein neu erwecktes Interesse an regenerativen Energien haben der Nutzung von Windenergie neuen Schwung gebracht.“ So steht es in der Einleitung des Entwurfs für den überarbeiteten Regionalplan des Regionalverbands Stuttgart in den die Winddaten des Landes eingearbeitet worden sind. Nachdem die Gemeinden, Behörden und Naturschutzverbände, die Bürgerinnen und Bürger Stellung genommen haben, soll der Regionalplan noch 2013 beschlossen werden.

Für den Bau von Windenergieanlagen (WEA) im Bereich zwischen Plüderhausen und Welzheim ist der Standort WN-29 der Raumnutzungskarte vom 26.07.2012 Abschnitt 12 ausgewiesen. Auf die dort verzeichneten windhöffigen Gebiete beziehen sich die Voruntersuchungen der wpd onshore GmbH & Co. KG, die als Windparkanbieter großes Interesse gezeigt hat, hier die entsprechenden modernen Windenergieanlagen zu errichten. Sie hat sich, neben anderen Anbietern, auf die Staatsforstflächen beworben.

Die Bürger-Energie-Plüderhausen eG unterstützt die wpd bei ihrer Bewerbung auf die im Eigentum des Landes stehenden Waldflächen bei der Forstverwaltung und hat die Zusammenarbeit mit wpd bei der Entwicklung eines Windparkprojekts durch eine Vereinbarung bekräftigt. Die wpd ist im Südwesten nicht ganz unbekannt.

Laut einem Pressebericht vom 9. September 2011 „wurde von Ministerpräsident Winfried Kretschmann am Stöttener Berg, nördlich von Geislingen, die leistungsstärkste Windenergieanlage Baden-Württembergs eingeweiht. Realisiert wurde das Projekt von der wpd-Firmengruppe, dem führenden deutschen Entwickler und Betreiber von Windparks.“

Die Vereinbarung zwischen der Bürger-Energie-Plüderhausen eG und der wpd, das sogenannte Eckpunktepapier, wurde von der BürgerWind Welzheim GmbH & Co. KG mit unterzeichnet. Die beiden Bürgermeister Thomas Bernlöhr, Welzheim und Andreas Schaffer haben kenntnisnehmend mitgezeichnet, und signalisierten somit, dass man in Sachen Windenergie zusammenarbeiten werde.

Das Eckpunktepapier beschreibt die Vorleistungen der wpd bei der Bewerbung auf die Windradstandorte, so wie bei den Windmessungen, den naturschutzrechtlichen bzw. bundesimmissionsrechtlichen Gutachten und der Konfiguration des Windparks. Die Bürger-Energie-Plüderhausen eG unterstützt die wpd bei der Information der Öffentlichkeit und arbeitet begleitend bei der Entwicklung des Windparks mit. Sie sorgt auch in der Realisierungsphase für die Finanzierung eines Bürgerwindrads auf Plüderhäuser Gemarkung. Das Bürgerwindrad soll je nach Umfang des Windparks von Plüderhäuser Bürgern allein oder gemeinsam mit der Bürgerwind Welzheim finanziert werden. Die wpd hat angeboten, dass sie nach dem Bau des Bürgerwindrads dessen technische und kaufmännische Betriebsführung im Verbund mit dem gesamten Windpark übernehmen kann.

Mit diesem geplanten Windenergieprojekt liegt die Bürger-Energie-Plüderhausen eG genau auf der Linie des Klimaschutzkonzepts des Rems-Murr-Kreises, das vom Wuppertal-Institut entwickelt wurde. Dort heißt es:

„Bei Ausschöpfung der Energieeinspeisungs-Potenziale ließe sich der aktuelle Stromverbrauch des Rems-Murr-Kreises in der Summe durch lokale und regenerative Quellen decken. Die größten Potenziale bestehen in der Nutzung der Windkraft, der Photovoltaik und der Geothermie. Würden alle Möglichkeiten zur Stromeinsparung in privaten Haushalten, der Wirtschaft und kommunalen Liegenschaften genutzt, könnte der Kreis bilanziell zum Grünstrom-Exporteur für den Ballungsraum Stuttgart werden.“

Wir sehen uns damit auf einem guten Weg, die regionale alternative Energiegewinnung, die Versorgungssicherheit und den Klimaschutz mit unseren Mitteln zu fördern.

 

 

 

Pressebericht Bürger-Energie-Plüderhausen eG Gemeindeblatt 14.02.2013

 

Notartermin

 

In den letzten Wochen waren die Aktiven der Bürger-Energie-Plüderhausen eG wieder heftig gefordert. Alle Genossenschaftsmitglieder, die mehr als nur den Einstandsbeitrag zugesagt hatten, wurden angeschrieben, die entsprechenden Verträge verschickt und ein Zahlungstermin vereinbart, damit zum Stichtag die benötigten Geldmittel auf dem Genossenschaftskonto bereitliegen. Am 12. März 2013 ist Notartermin. Für uns ein wichtiger Meilenstein, denn damit ist der Kauf unseres Anteils am Strom- und Gasnetz in Plüderhausen besiegelt.

 

Aktentermin

 

Im Vorfeld gab es noch einen „Aktentermin“ im Rathaus bei dem die EnBW einen Nachmittag lang Einsicht in die Verträge ermöglichte, die bisher mit der Gemeinde Plüderhausen bzw. mit dem Eigenbetrieb Wasserversorgung zur Gründung der Gemeindewerke geschlossen wurden. Die Energiegenossen brüteten stundenlang über den juristischen Formulierungen, um sich bis zu den Kernaussagen durch zu arbeiten. Begriffe wie „Einziehungsentschädigung“ oder „kalkulatorischer Restwert“ hat ja nicht jeder in seinem Grundwortschatz. Zur Unterstützung stand eine Mitarbeiterin der EnBW zur Verfügung und schaltete bei Bedarf auch mal eine Telefonverbindung zu ihrer Abteilung Kommunale Beteiligungen (EKB) in der Stuttgarter Zentrale.

 

 

 

Die BEP_Mitglieder prüfen den Vertrag

Pressebericht Gemeindeblatt Plüderhausen 27.06.2013

 

Information über den geplanten Windpark Welzheimer Wald

 

Am Montag, 24.06.2013 gabs Informationen zum geplanten Windpark im Welzheimer Wald in der Plüderhäuser Staufenhalle. Die „Projektgemeinschaft“ Windenergie Baden-Württemberg GmbH (WEBW), Stadtwerke Heidenheim und Stadtwerke Stuttgart berichtete über den Planungsstand eines Windparks von bis zu acht Windrädern auf der bereits durch Pachtvertrag gesicherten Fläche zwischen Plüderhausen, Urbach und Welzheim. Die rund 50 Besucher, darunter Vertreter der Bürger-Energie-Plüderhausen eG und der Bürgerenergiegenossenschaft Remstal, hörten einen kurzen Vortrag über die erfolgten Voruntersuchungen z. B. zu den Naturschutz- und Biotopflächen, zur Schallausbreitung und den Verschattungsflächen. Anton Lutz von der WEBW zeigte einen Regelgrundriss einer 140 m hohen Windenergieanlage mit 117 m Rotordurchmesser und erklärte die nächsten Schritte wie Windmessung und Gutachten zur Umweltverträglichkeit oder Natur- und Artenschutz. Die Projektgemeinschaft habe bereits, zusammen mit den Stadtwerken Schwäbisch Hall, ein Paket von 50 Windenergieanlagen ausgeschrieben, um möglichst günstige Angebote zu erhalten. In der folgenden Aussprache wurde gleich um Einsicht in die Planungsunterlagen und eine genauere Darstellung der Situation auf dem Hohberg gebeten. Anton Lutz sagte zu, die Präsentation für die Internetseiten der Gemeinden zur Verfügung zu stellen und die anwesenden Bürgermeister Andreas Schaffer und Jörg Hetzinger nickten zustimmend. Es gab jede Menge Fragen zum Flächenverbrauch, zur Erschließung oder den Abständen zur Wohnbebauung, zu möglichen Stromeinspeisepunkten und der erforderlichen Leitungstrasse. Die technischen Fragen konnten meist sachlich beantwortet werden. Schwieriger war die Frage nach der Wirtschaftlichkeit, die von vielen Faktoren abhängt und bei der sich die Windparkplaner auch gerne zurückhaltend äußern. Es gebe bisher noch keine Anlagen mitten im Wald und erst eine 140-m-Anlage in Baden-Württemberg, so dass Erfahrungswerte fehlen. Es sei auf jeden Fall aber die Absicht, die Bürgerschaft zu beteiligen und soweit möglich, örtliche Firmen zu beauftragen; außerdem bleibe die Gewerbesteuer überwiegend bei der Gemeinde. Die Frage nach Energiespeichern, die auch aus dem Publikum kam, wurde für die Region Stuttgart so beantwortet, dass auf absehbare Zeit so viel Strombedarf bestehe, dass kein Überschuss zu erwarten sei. Die vielen Fragen zeigten großes und fachkundiges Interesse. Die von WEBW zur Verfügung gestellten Unterlagen finden Sie in kürze auch auf unserer Internetseite

 

BEP-Pressebericht: Infobesuch in Ludwigsburg am 04.07.2013 Gemeindeblatt

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BHKW-Vorreiter Ludwigsburg

 

Drei Mitglieder der BEP eG besuchten am 4.7.2013 die Stadtwerke Ludwigsburg (SWLB), um sich über die Nahwärmekonzepte zu informieren, die dort seit 2006 entwickelt wurden und verschiedene Gebiete im Raum Ludwigsburg-Kornwestheim mit Strom und Wärme versorgen.

Unser Anliegen war, einen möglichst genauen Blick auf die verschiedensten Arten der Strom- und Wärmeerzeugung vor Ort zu werfen, und herauszufinden, ob auch in Plüderhausen etwas Ähnliches zur Anwendung kommen könnte.

Die Ludwigsburger betreiben zur Zeit 10 Blockheizkraftwerke und 12 Heizwerke für unterschiedliche Siedlungseinheiten, hauptsächlich im Wohnungsbau.

Die freundlichen Mitarbeiter der Stadtwerke zählten gleich mal die Vorteile von Blockheizkraftwerken in Verbindung mit Nahwärmenetzen für die Kunden – und für die Umwelt – auf:

Die Wärmeübergabestation erfordert wenig Platz. Die Kosten für einen eigenen Heizkessel entfallen. Bei Umstellung im Bestand kann der Heizraum für andere Zwecke genutzt werden. Der Abnehmer hat keine Wartungskosten mehr (Kaminfeger, Brennerwartung, Pumpe). Für die Heizzentrale besteht i.d.R. ein Rund-um-die-Uhr- Wartungsvertrag. Im Haus gibt es keine Gasleitung und keinen Heizöltank. Die ersparten Kosten können gleich in den baulichen Wärmeschutz investiert werden, so wird ein höherer Energiestandard erreicht, womit sich diverse Fördermöglichkeiten eröffnen. Durch die effiziente Ausnutzung der Primärenergie wird entsprechend weniger CO2 ausgestoßen.

In Ludwigsburg ist ein Blockheizkraftwerk immer mit einem ergänzenden Brennwertkessel (Gas oder Pellets) und einem Wärmespeicher kombiniert. Dies ergibt eine optimierte Wärmeversorgung und Ausfallsicherung. Dabei erzeugt zunächst ein Gas- oder Dieselmotor über einen Generator elektrischen Strom. Die Abwärme des Motors wird direkt in die Nahwärmeleitung eingespeist oder in einem Wärmspeicher gepuffert. So wird die Grundversorgung gesichert. Die Spitzenlast, z. B. in kalten Wintertagen, wird von einem Heizkessel abgedeckt. Durch diese Kombination können auch eventuelle Störungen in einem Aggregat überbrückt werden. Der Strom aus dem BHKW-Betrieb wird ins Netz eingespeist oder direkt im Gebäude verbraucht.

Ein Mitarbeiter der Stadtwerke packte uns in seinen Dienstwagen. Bei der kleinen Besichtigungstour sahen wir die Heizkraftwerke Sonnenberg, Hartenäcker Höhe und Neckartalblick in Kornwestheim. Das kleinste der drei Kraftpakete versorgt etwa 120 Wohnungen auf der Basis eines 50-kw-Gasmotors. Der ganze Heizraum ist nur 40 qm groß und innerhalb einer Tiefgarage untergebracht.

In anderen Bockheizkraftwerken wird mit Hilfe einer Wärmepumpe z.B. aus Erdsonden oder auch Wärmetauschern in der Kanalisation zusätzliche Heizwärme gewonnen.

Die Ökobilanz der Stadtwerke Ludwigsburg kann sich sehen lassen. Durch den Einsatz klimafreundlicher Technologien wie BHKW, solarthermische und Fotovoltaik anlagen und das neue Holzheizkraftwerk wurde im Jahr 2010 mehr als 13 Millionen Liter Heizöl eingespart und 26 000 t CO2 weniger auf die Atmosphäre losgelassen.

Diese Angaben sind auch in der SWLB-Broschüre „Partner der Region“ nachzulesen.

Wir haben den Eindruck gewonnen, dass sich auch in Plüderhausen ein BHKW mit Nahwärme realisieren lässt. Wenn Sie dazu Ideen haben, melden Sie sich gerne unter info@buerger-energie-pluederhausen.de. Wir freuen uns, wenn Sie mitmachen.

 

Besichtigung eines Blockheizkraftwerks

 

 

Zweite Generalversammlung der Bürger-Energie-Plüderhausen eG

 

Einmal jährlich versammeln sich die Plüderhäuser Energiegenossen zu ihrer Generalversammlung. Wie im letzten Jahr waren am vergangenen Freitag etwa 70 % der eingetragenen Mitglieder persönlich anwesend oder durch eine Vollmacht vertreten. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Andreas Theinert, begrüßte die Versammlung, insbesondere die Gemeinderäte Markus Proschka und Ulrich Scheurer.

Hauptpunkte der Tagesordnung waren die Bilanzen der Jahre 2012 und 2013. Der Vorstandsvorsitzende Dr. Jörg Abthoff erläuterte anhand von Powerpointfolien die finanzielle Situation. Gleich gab es Fragen aus der interessierten Zuhörerschaft zum Beispiel zu den Steuern. Anschließend berichtete Andreas Theinert über die Arbeit des Aufsichtsrats, dessen Sitzungen überwiegend gemeinsam mit dem Vorstand durchgeführt wurden, und über den Besuch der verschiedensten Informationsveranstaltungen wie den gemeinsamen Ausflug von Gemeinderat und Genossenschaft zur energieautarken Stadt Leutkirch.

Danach erfolgten die notwendigen Entlastungen von Vorstand und Aufsichtsrat, die von Ulrich Scheurer geleitet wurden. Dabei bedankte sich dieser ausdrücklich für die engagierte Arbeit der „Funktionsträger“.

Zum Thema Windkraft berichtete Dr. Jörg Abthoff, dass ein Windpark im Welzheimer Wald noch nicht im Detail geplant sei, jedoch die Firma Windenergie Baden Württemberg (WEBW) mit der Windmessung begonnen habe, so dass bis Mitte 2015 alle nötigen Daten vorliegen müssten. Außerdem plane die „bürgerwind“- Welzheim den Bau zweier Windräder und habe eine Beteiligung angeboten. Beim abschließenden Punkt „Verschiedenes“ hagelte es eine Menge Fragen und Anregungen. Zum Beispiel zur Netzanbindung bei potenziellen Windrädern, zur Speichertechnologie, zur Planung von BHKW oder Nahwärmenetzen, aber auch zu den Kontakten zur WEBW und dem Verhältnis zu den Gemeindewerken Plüderhausen. Auf die Frage, ob wieder neue Genossenschaftsmitglieder aufgenommen werden könnten, antwortete der Vorsitzende zustimmend und verwies auf die Homepage der Genossenschaft, die jetzt auch direkt von der Gemeindehomepage per Link aufgerufen werden könne und einen Mitgliedsantrag enthalte (zu finden unter „Leben / Strom, Gas, Wasser / Bürgerenergie“). Sie können die Seite aber auch direkt aufrufen unter: www.buerger-energie-pluederhausen.de

 

 

 

 

Jenny erklärt den Auflastspeicher

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kontaktadresse: info@buerger-energie-pluederhausen.de

Homepage: : www.buerger-energie-pluederhausen.de

 

 

 

 

 

 

 

 

Bericht Gemeindeblatt

18.01.2014

Windmessung im Welzheimer Wald

 

Der Windkraftinvestor WEBW hat im Sommer letzten Jahres die Ausschreibung für die Windradstandorte zwischen Plüderhausen und Welzheim gewonnen und von der Forstverwaltung die Pachtzusage erhalten. Hinter dem Firmenkürzel verbirgt sich ein Zusammenschluss einer LBBW-Tochter mit den Stadtwerken Stuttgart und Heidenheim. Die WEBW hat nun beim Landratsamt einen Bauantrag für einen Windmessmast eingereicht, der am vergangenen Donnerstag im Gemeinderat behandelt wurde. Wie zu erwarten war, wurden die Positionen der Windkraftgegner und der Befürworter noch mal ausgebreitet. Da jedoch gegen einen Mast auf Landesfläche keine planungsrechtlichen Argumente zu finden waren, setzte sich wohl die Ansicht durch, es sei besser, die Windstärke zu messen, als sich mit Hilfe von Vermutungen gegen die gefürchteten Rotoren zu wehren. Der Gemeinderat winkte also den Bauantrag mit knapper Mehrheit durch. Vermutlich wird jedoch die Firma WEBW die nächsten Beschlüsse der neuen Bundesregierung zur Ausgestaltung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes abwarten, bevor für eine einjährige Windmessung wieder Geld in die Hand genommen werden muss.

 

 

Treffen der Energiegenossenschaften

 

*Der Solarverein Rems-Murr hatte am vergangenen Freitag zu einem Treffen nach Heutensbach eingeladen, bei dem sich die in den letzten Jahren gegründeten Bürger-Energie-Gensossenschaften vorstellen und austauschen sollten. Der Gasthaussaal war mit knapp sechzig Energieengagierten bis hinten voll. Unsere BEP war mit vier Personen vertreten. Einleitend referierte eine 15-Jährige Schülerin (Foto) mit anschaulichen Folien über einen hydraulischen Auflastspeicher, mit dem sich überschüssiger Strom in großem Umfang speichern lässt. Sie machte die Technik an einem begrünten „Berg“ im Modelleisenbahnmaßstab und zwei Wasserbehältern deutlich und erntete vom Fachpublikum großen Beifall. Danach stellten sich die Energievereine und Gemossenschaften zwischen Großbottwar, Backnang, Murrhardt und Plüderhausen vor. Für die BEP schilderte unser Vorstandsvorsitzender Dr. Jörg Abthoff unsere Genossenschaftsziele und die Beteiligung am Strom- und Gasnetz in Plüderhausen. Es zeigte sich, dass alle an einer ökologischen und ortsnahen Energieerzeugung arbeiten, jedoch mit den verschiedensten menschlichen und technischen Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Sorge bereitet vor allem, dass weder die Landesregierung klare Ausbauziele vorgibt noch die neue Bundesregierung der Förderung der erneuerbaren Energien Priorität einräumen will. Die Bürgerenergiegenossenschaft Murrhardt (bgm) wendet sich deshalb mit dem Thema: „Recht auf Selbstversorgung“ an die zuständigen Ministerien und bittet dazu auch um Unterstützung durch Genossenschaften und Bürger im Rems-Murr-Kreis. Die Unterlagen können Sie über unsere eMail-Adresse erhalten oder auf unserer Homepage einsehen.